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Oktober 2025

Stadt will ein Halteverbot am Seniorenheim prüfen - Engere Zusammenarbeit mit Stadt zugesagtAufregung in der Allerstadt: „Noch nicht einmal ein Fußweg ist da“ (Teil 2)

Rethem (mü). Eine engere Zusammenarbeit der Stadt Rethem mit seinem Seniorenheim hat Björn Fahrenholz den beiden Heimvertretern Dennis Williams und Jens Weibchen in einem Gespräch am Montag zugesagt. Fahrenholz informierte noch einmal über die Planung eines Fußweges direkt am Heim entlang Richtung Aldi und über einen neuen Fußweg in die Innenstadt. „Wir sind guter Dinge, dass wir die Maßnahme noch in diesem Jahr ausschreiben können.“ Warum der Missstand des fehlenden Weges für die Senioren erst heute aufgefallen ist, bleibt weiterhin ein Rätsel. Immer wieder gab es hier gefährliche Situationen. Obwohl die Stadt nach über einem Jahr eine Geschwindigkeitsbegrenzung 30 Stundenkilometer direkt am Heim durchboxte - aber sich wohl kaum einer der Verkehrsteilnehmer daran hält. Die alten Menschen müssen auf die enge Straße gehen, um zu dem Discounter zu kommen.

Das Heim, das seit einigen Jahren am Platz ist, erfreut sich nach wie vor einer guten Resonanz. „Auch wenn wir einige Bewohner mehr aufnehmen können,“ sagt Williams. Er ist seit einem halben Jahr Heimleiter und hat mit seinen bis zu 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sehr viel am Image des Hauses getan. „Wir haben Aktionskalender mit aktuellen Themen entwickelt. Zu uns kommt jede Woche Pastor Haut. Die Küche ist großartig aufgestellt. Die Stimmung ist gut. „Allerdings bedrücken die aktuelle Verkehrssituation und fehlende Parkplätze die Tagesabläufe. Auch hier versucht die Stadt aktiv zu werden, genauso mit einem Halteverbot am Heim. „Vielleicht könnte man auch die Polizei aktivieren, um den Verkehr zu überprüfen.“

Der SoVD-Kreisverband hat sich massiv eingeschaltet. Einige seiner Rethemer Mitglieder hatten den SoVD informiert. „Wir fordern ein Parkverbot in diesem Bereich,“ sagt die zweite Kreisvorsitzende Annette Krämer, die kürzlich das Heim besuchte und erschüttert war. SoVD-Vorsitzender Hestermann: „Wir werden mit Sicherheit an diesem Thema dranbleiben.“

Es soll, so die Vertreter des Heimes, alles noch besser werden. Dazu gehört, das Angebot der Kurse für Mitarbeiter zu erweitern, beispielsweise wie man mit blinden Menschen, die in Rethem eingeliefert werden, umgeht. Kleine Schritte können hier große Wirkung hinterlassen. Das Heim scheint auf einem guten Weg dahin zu sein. „Wir versuchen, alle Bewohner nach unseren Möglichkeiten einzubinden. Die Menschen sollen sich bei uns wohlfühlen.“ Darum wird bald wieder der große Weihnachtsbaum im Garten des Hauses stehen. Es soll auch ein adventliches Programm geben. Und man habe zwei Obstbäume gepflanzt, um etwas mehr Nachhaltigkeit in den Außenbereich zu bringen.

(Bilder: mü)

Jetzt mitmachen: SoVD sucht persönliche Geschichten zum Thema EinsamkeitBis zum 14. November 2025 Erzählungen einsenden

Hannover. Im Rahmen seiner Kampagne „Für mehr Miteinander“ sucht der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen berührende Geschichten rund um das Thema Einsamkeit. Das Ziel: Zusammenhalt sichtbar machen und zeigen, wie echte Gemeinschaft funktionieren kann. Interessierte können ihre Erzählungen bis zum 14. November 2025 beim SoVD einreichen.
Manchmal ist es nur eine kleine Geste oder ein kurzes Gespräch. Manchmal ist es ein Besuch oder ein Spaziergang. Der SoVD sucht Geschichten, in denen Menschen erzählen, wie sie Einsamkeit überwunden oder jemandem geholfen haben, sich wieder gesehen und zugehörig zu fühlen. „Die inspirierendsten und schönsten Einsendungen veröffentlichen wir dann in unseren SoVD-Medien. Damit wollen wir zeigen, dass Einsamkeit bekämpft werden kann und wie jede*r Einzelne Betroffene unterstützen kann“, erläutert Dirk Swinke, Vorstandsvorsitzender des SoVD in Niedersachsen.
Um teilzunehmen, können Interessierte ihre Geschichte per E-Mail an presse@sovd-nds.de oder per Post (SoVD-Landesverband Niedersachsen, Abteilung Presse und Kommunikation, Herschelstr. 31, 30159 Hannover) einreichen. Der Text sollte nicht länger als eine halbe DIN-A4-Seite sein. Einsendeschluss ist der 14. November 2025.
Die Aktion findet im Rahmen der SoVD-Kampagne „Für mehr Miteinander“ statt. Darin macht sich Niedersachsens größter Sozialverband für mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt und für die Bekämpfung von Einsamkeit stark.
Mehr Informationen gibt es unter www.fuer-mehr-miteinander.de/zusammenhalt.

„Wir sind barrierearm“- Carlos Brunkhorst im Gespräch mit dem SoVD- Kreisverband

Neuenkirchen (mü). Carlos Brunkhorst, Bürgermeister der Gemeinde Neuenkirchen, war am Donnerstag Gast des SoVD-Kreisverbandes in Bad Fallingbostel. Der 1. Vorsitzende Jürgen Hestermann und seine Stellvertreterin Annette Krämer informierten den Gast über die umfangreiche soziale Arbeit für rund 8500 Mitglieder, die von 350 Ehrenamtlichen in den 19 Ortsverbänden geleistet werden. Neuenkirchen bietet mit seinem rührigen 1. Vorsitzenden dabei ein feste Bank im SoVD:

„Wir sind barrierearm,“ sagt der Neuenkirchener Verwaltungschef, der seit 15 Jahren an der Spitze eines rührigen Gemeinderates steht. Brunkhorst verweist darauf, dass man im Zuge der Sanierung des Rathauses gleich zwei Fahrstühle einbaute und damit vor allem Rollifahrern entgegengekommen sei. Gemeinsam mit dem Kreissportbund habe man sich die Sporthalle vorgenommen und Verbesserungen für behinderte Menschen vorgenommen. Ebenfalls in der Schule, für die rund  zehn Millionen Euro investiert wurden.

Brunkhorst ist immer wieder Gast beim heimischen SoVD, wo er erst kürzlich über soziale Themen informierte. Und: Die Gemeinde führt einmal im Jahr eine Seniorenfahrt durch, bei der die Ortschaften rund um Neuenkirchen besucht werden und der Bürgermeister über Neuheiten informiert. Auch Betriebe werden besucht. „Eine sehr gute Idee“, sagt Annette Krämer- So etwas können wir nur zur Nachahmung empfehlen.

Es war ein guter Austausch, beide Seiten, das Dorf und der SoVD, waren sich einig, dass in Neuenkirchen vorbildliche Seniorenarbeit geleistet wird. Brunkhorst, der im kommenden Jahr leider aus der Ratspolitik ausscheiben wird- auf eigenem Wunsch- dankte dem Verband für seine Unterstützung für die älteren Menschen des Ortes und sagte weitere Hilfe zu.

(Bild: Klaus Müller)  

Entlastungsbetrag: Unterstützung bei der Pflege zu Hause Monatlich stehen 131 Euro zur Verfügung

Bad-Fallingbostel. Wer zu Hause gepflegt wird, erhält monatlich einen sogenannten Entlastungsbetrag in Höhe von 131 Euro – und das schon ab Pflegegrad 1. Mit diesem Betrag können Leistungen wie Tages- und Nachtpflege oder die Kurzzeitpflege finanziert werden, die Pflegepersonen entlasten und gleichzeitig die Versorgung Pflegebedürftiger sicherstellen. Was Betroffene dazu wissen sollten, erklärt der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Bad-Fallingbostel.

Pflegebedürftige aller Pflegegrade, die häuslich versorgt werden, haben Anspruch auf den sogenannten Entlastungsbetrag. Dieser beträgt monatlich 131 Euro und soll Pflegepersonen entlasten sowie die Selbstständigkeit der Pflegebedürftigen fördern. Denn: Der Entlastungsbetrag ergänzt ambulante und teilstationäre Pflegeleistungen in der häuslichen Umgebung. Entsprechende Unterstützungsangebote können über Betreuungs- oder ambulante Pflegedienste in Anspruch genommen werden. Es ist aber auch möglich, den Entlastungsbetrag beispielsweise an Bekannte, Nachbar*innen oder andere ehrenamtliche Helfer*innen weiterzugeben, wenn sie bei der häuslichen Pflege unterstützen. „In Niedersachsen ist hierfür ein achtstündiger Pflegekurs nötig. Bei Fragen dazu kann die Pflegekasse kontaktiert werden, wir helfen aber auch gerne in unserer Beratung weiter“, so Carola Rauch vom SoVD in Bad-Fallingbostel. Darüber hinaus können sich Pflegebedürftige und ihre Angehörigen unter www.pflegelotse.de kostenlos rund um Pflegeangebote und -einrichtungen in ganz Deutschland informieren. Das Portal des Verbands der Ersatzkassen gibt etwa Hinweise zu Größe, Kosten oder besonderen Versorgungsformen.

Konkret finanziert werden können mit dem Entlastungsbetrag Leistungen der Tages- und Nachtpflege oder der Kurzzeitpflege, die zum Beispiel über einen längeren Zeitraum in Anspruch genommen werden. „Entstehen dabei Kosten für Unterkunft und Verpflegung, also sogenannte Hotelkosten, oder Fahrtkosten, können diese auch gedeckt werden“, weiß Rauch. Gut zu wissen: Wird der Entlastungsbetrag nicht innerhalb eines Kalenderjahres aufgebraucht, kann der Restbetrag noch bis zum 30. Juni des Folgejahres genutzt werden. Danach verfällt er.

Bei weiteren Fragen zum Entlastungsbetrag und anderen pflegebezogenen Themen helfen die Berater*innen des SoVD in Bad-Fallingbostel gerne unter 05162-904849 oder info.badfallingbostel(at)sovd-nds.de weiter und unterstützen außerdem beim Ausfüllen von Anträgen.

Stadt weist auf Planungen hin- Fertigstellung aber leider erst 2026 – Verwaltung will mehr Druck machen- SoVD -Kreis schaltet sich einUnglaubliches in Rethem: 90 Senioren und Seniorinnen müssen einen gefährlichen Weg vom Heim bis zu Aldi meistern

Man stelle sich das einfach nur mal vor. Wir schreiben das Jahr 2025, Immer mehr ältere Menschen leben in Seniorenhäuser wie in Rethem. Aber hier ist es für 92 Bewohner gefährlich geworden, wenn sie zum 200 Meter entfernten Aldi laufen müssen, um für ihr tägliches Hab und Gut einzukaufen. Wenn sie aus dem Haus treten, können sie nur die kleine Strasse direkt nebenan benutzen, wo trotz Geschwindigkeitsbegrenzung gerast wird, wo Autos auf der Gegenseite des Heimes stehen und die Fahrbahn noch eingrenzen, einfach rücksichtslos. Mit dem Rollis geht es Richtung Discounter. Fast – Unfälle hat es schon gegeben. Der SoVD-Ortsverband aus Rethem hat schon kräftig Wind gemacht, einige Ratsmitglieder auch. Im Heim bleibt es noch ruhig. 

Rethem. Ungeheure Dinge laufen seit Monaten, seitdem das Seniorenheim in der Allerstadt eröffnet ist- am Rande von Rethem ab. Zunächst einmal nicht beachtet, dann von Mitgliedern des SoVD Rethem kurz angesprochen und jetzt in Gang gebracht, was eigentlich selbstverständlich für jeden Menschen sein sollte: Die Sicherheit für Fußgänger im Straßenverkehr, die aber in Rethem irgendwie nicht zu klappen scheint. Samtgemeindebürgermeister Björn Symank hat sich persönlich mit dem Thema seit längerem befasst, hat den Landkreis eingeschaltet und eine Absage erhalten. Und so müssen 90 Bewohner des Heimes, wenn sie zum nahen Aldi geben wollen, um einzukaufen, auf eine klitzekleine Strasse sich bewegen, ganz eng an dem frischen Rasen entlang, um die rund 300 Meter dorthin zu schaffen. Einen Fußweg gibt es – noch- nicht, auch nicht vorm Ausgang des Heimes zum Discounter. Der Landkreis soll gegen einen Weg direkt am Haus entlang entschieden haben, sagt die Rethemer Verwaltung.

Wir haben  an diesem Donnerstagnachmittag zwei ältere Damen mit Rolli getroffen, die sich hintereinander zum Aldi auf der Strasse ganz langsam voran bewegten. Trotzdem kam ein Transporter mit unglaublicher Geschwindigkeit, obwohl hier nur 30 Stundenkilometer erlaubt sind.  Auch andere Verkehrsteilnehmer hielten sich keinesfalls an die Geschwindigkeit. Messungen der Polizei gibt es hier nicht. Die Menschen sind mit ihrem Schicksal alleingelassen.

Samtgemeindebürgermeister Björn Symank ist gekommen, sein Gemeindedirektor Björn Fahrenholz auch- und Annette Krämer, mittlerweile Mitglied im Landesverbandsrat des SoVD-Niedersachsen. Sie schüttelt nur noch den Kopf, als sie die Raser auf der Strasse erlebt. Keine Rücksicht auf die Fußgänger, ob alt oder jung. Annette Krämer erfährt vom Bürgermeister , dass die Planungen für einen Weg direkt vom Seniorenheim an dem Gebäude entlang zum Aldi laufen.  Er hofft, dass er gemeinsam mit dem Landkreis auch ein Parkverbot auf der anderen Seite durchsetzen kann. „Denn so kann das nicht weitergehen.“ Auch auf dem Parkplatz, dem viel zu kleinen am Seniorenheim, wo ein ganz besonderer Erdenbürger aktuell auf dem Behindertenplatz geparkt hat. Der SoVD steckt ihm eine Karte an die Heckscheibe, damit er merkt, dass so etwas heute nicht mehr geht.

Symank sagt auch, dass ein neuer Fußweg gegenüber des Discounters geplant ist, der die älteren Herrschaften in die Innenstadt gefahrlos leiten kann. Und möchte ganz oben, an der Einmündung in die B 209 etwas übersichtlicher mit dem Verkehr werden. Vielleicht irgendwann mal mit einem Spiegel? Symank und Fahrenholz wollen Druck, damit es hier weiter geht. Gemeinsam mit Annette Krämer sagen sie, dass diese heutige Situation ein No- Go für alle ist.

In den nächsten Tagen wird auch mit dem neuen Leiter des Seniorenheimes ein Gespräch zu diesem Thema stattfinden. In einem Telefongespräch sagte er bereits seine Unterstützung zu.

„Wir bleiben am Ball“

Das sieht auch die stellvertretende Kreisvorsitzende Krämer des SoVD Heidekreis so. Sie versteht es nicht, dass gerade mit den Menschen, die behindert sind, so umgegangen wird. Annette Krämer forderte von der Politik und von den Verwaltungsvertretern eine schnellere Reaktion. Auch wenn die Planungen für einen Weg laufen. „Aber der Winter kommt. Und dann kann alles zu spät sein.“ 

(Bildnachweis: Klaus Müller)

Engpass bei Hausärzt*innen: SoVD fordert schnelles HandelnAktuelle Zahlen zeigen künftige Unterversorgung in niedersächsischen Regionen

Hannover. Die hausärztliche Versorgung in Niedersachsen wird sich in vielen Regionen bis 2040 weiter verschlechtern. Das zeigen aktuelle Zahlen, die das BARMER Institut für Gesundheitssystemforschung und die Bertelsmann Stiftung errechnet haben. Angesichts dieses düsteren Bilds fordert der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen mehr Anstrengungen von Bund, Land und Kommunen, damit es nicht vom Wohnort abhängt, ob jemand gesundheitlich gut versorgt wird oder nicht.
„Schon jetzt gibt es in Niedersachsen immer weniger Hausarztpraxen. Gerade die ländlichen Regionen sind betroffen. Dass sich die Lage laut Berechnung bis 2040 noch weiter verschärft, ist dramatisch“, sagt Dirk Swinke, Vorstandsvorsitzender des SoVD in Niedersachsen. Den Zahlen zufolge sind zukünftig besonders der Nordwesten und Südosten Niedersachsens betroffen. „Unter anderem in Leer, Papenburg, Meppen, Wolfsburg und Salzgitter droht eine Unterversorgung. Das zeigt, dass die bisherigen Maßnahmen der Politik nicht greifen“, stellt Swinke fest. Gerade mit Blick auf Ältere, chronisch Kranke und Pflegebedürftige müsse nun schnell gehandelt werden.
Dem größten Sozialverband zufolge stehen jetzt alle Verantwortlichen in Bund, Land und Kommunen gemeinsam in der Pflicht. „Generell müssen mehr Anreize geschaffen werden, um eine Hausarztpraxis zu gründen. Das geht zum Beispiel durch die finanzielle Unterstützung beim Bau oder bei der Ausstattung von Praxisräumen. Außerdem brauchen wir strengere Regeln, damit bestehende Praxen nicht von profitorientierten Investoren übernommen werden“, erläutert der Vorstandsvorsitzende. Auch sei es notwendig, dass bereits bewährte Modellprojekte wie die Gemeindeschwester, die Hausärzt*innen entlasten sollen, ausgeweitet werden.
„Dass in Niedersachsen eine Unterversorgung mit Hausärzt*innen droht, ist eigentlich schon lange bekannt. Die Untersuchung zeigt jetzt noch einmal schwarz auf weiß, dass Maßnahmen schneller und konsequenter angeschoben und umgesetzt werden müssen“, macht Swinke deutlich.