August 2018

Walsroder Frauenhaus und SoVD-Heidekreis wollen enger zusammenarbeiten

Barrierefreiheit „geschaut“  -  Frauenhaus fordert bundeseinheitliche Fördermittel

Walsrode/Heidekreis(mü). Als die Frauensprecherin des SoVD-Kreisverbandes, Annette Krämer aus dem von zurzeit fünf Frauen und drei Kindern bewohnten Frauenhaus zurück kam, war sie zufrieden. „Ja, dort könnten auch Menschen mit Behinderung kurzeitig untergebracht werden, Frauen, die unbedingt eine neue Bleibe finden müssten, weil es zuhause nicht mehr geht.“ Zwar wäre das Walsroder Frauenhaus nicht barrierefrei – es befindet sich in einem ehemaligen Wohnhaus nahe des Gymnasiums, aber eine Zwischenlösung für Notfälle könnte gefunden werden. Und Frauke Flöther, seit nunmehr 30 Jahren für das Frauenhaus in Walsrode zuständig, ergänzte: „Wir können auch vermitteln, in Zusammenarbeit mit dem Landkreis oder auch mit anderen Frauenhäusern.“

Nicht nur um die Barrierefreiheit, ein hohes Gut, das der Sozialverband Niedersachsen im Land vertritt, ging es bei dem fast zweistündigen Gedankenaustausch des SoVD-Kreisverbandes mit Jürgen Hestermann, Annette Krämer und dem Pressesprecher Klaus Müller auf der SoVD- Seite und mit Frauke Flöther und Ulrike Schröder-Muhl vom Frauenhaus. Viele weitere Themen wurden angesprochen und vor allem auch auf die Probleme des Frauenhauses hingewiesen, die sehr interessiert vom SoVD aufgenommen wurden. Man werde in Zukunft noch enger zusammenarbeiten, sagte Kreisvorsitzender Jürgen Hestermann. „Ich bin sehr dankbar dafür, dass wir diesen intensiven Einblick in Ihre so wichtige Arbeit erhalten durften.“

Zu wenig Fördermittel ständen dem Frauenhaus in Walsrode zur Verfügung, so Frauke Flöther. „Wir benötigen unbedingt eine vierte Kraft. Die Arbeit wird immer aufwändiger.“ Und Spenden kämen immer geringer herein. Die Fördermittel des Landes und des Landkreises seien freiwillige Leistungen und nicht sehr hoch. „Wir haben die Finanzierung für das Frauenhaus für 2018 erst jetzt sicherstellen können.“ Und im November beginne die neue „Rechnerei“ mit den finanziellen Zuwendungen. Nicht nur die eigene Arbeitskraft  werde stark strapaziert, sondern auch das Immer-Mehr an Ausfüllen von Formularen. Frauke Flöther forderte eine bundeseinheitliche Förderung für die Frauenhäuser. „Wir werden damit an die Politik gehen.“ 

„Wir wollen die Frauen, die zu uns kommen, wieder in das normale Leben zurückbringen,“ sagt Frauke Flöther. Dazu gehören stundenlange Gespräche und Verbindungen zu Behörden und Ämtern, die gemeinsam besprochen und in Gang gebracht werden. Bis zu neun Monaten wohnen betroffene Frauen in dem Haus, das relativ gut ausgestattet ist und viele Möglichkeiten anbietet.

Trotzdem, „Schulungen unserer Mitarbeiterinnen wären dringend notwendig, aber dazu fehlt die Zeit- und dazu fehlt das Geld.“

Insgesamt ein sehr positives Treffen zwischen beiden so wichtigen sozialen Einrichtungen, das fortgesetzt werden wird.

(Bildnachweis: mü)

Aktionstag des SoVD in Walsrodes Innenstadt gut besucht

Walsrode/Heidekreis(mü). „Wir sind sehr zufrieden mit unserer Aktion am Freitag auf dem Parkplatz der Kreissparkasse Walsrode. Das positive Ergebnis zeigt uns, dass unser breitangelegtes Angebot im Sozialbereich ein gutes Echo bei der Bevölkerung findet.“ Und dass die landesweite Kampagne des SOVD Niedersachsen „Ich bin nicht behindert- ich werde behindert“ auf eine große Zustimmung im Land stößt. SoVD-Kreisvorsitzender Jürgen Hestermann, der mit seinem Vorstandsteam, mit Kreisschatzmeisterin Anneliese Heller, Kreisfrauensprecherin Annette Krämer, Sylvia Eils aus der SoVD-Kreisgeschäftsstellte und Kreispressesprecher Klaus Müller vor Ort war, unterstrich, dass mit solchen Aktionen die Politik endlich wachgerüttelt werden müsse, auf das Thema Menschenrechte mehr einzugehen und auch die kleineren Probleme des Alltags, besonders bei älteren und behinderten Menschen zu lösen. „Geld ist für jeden da, aber nur wer laut ist, wird auch gut gehört.“ Deshalb habe man diese Aktion gestartet.

Mit der KSK Walsrode habe man sich einen potentiellen und verständnisvollen Partner ins Boot geholt, lobe Hestermann die Barrierefreiheit in der Kreissparkasse Walsrode. Es werde, so Jens Rübke, zuständig für das Privatkundengeschäft bei der KSK, noch weitere Verbesserungen in dieser Richtung geben.

Mit einem sehr markanten Informationsstand war der SoVD vier Stunden lang auf dem KSK-Parkplatz. Es kam zu etlichen Beratungsgesprächen und dem Wunsch vieler Besucher, in den größten Sozialverband Niedersachsens einzutreten, um die Leistungen wie beispielsweise Hilfe bei Rentenfragen oder in der Pflege, in Anspruch nehmen zu können. Für alle, die gekommen waren, gab es außerdem noch kleine Give-Aways des Verbandes, so dass die Aktion rundherum gelungen war. Übrigens auch im Internet: Mehr als 700 Personen schalteten sich ein, um die Live-Informationen aus Walsrode zu lesen.

(Bildnachweis: mü)

SoVD Heidekreis testet Barrierefreiheit in der Kreissparkasse Walsrode auf „Herz und Nieren“

Gemeinsame   Informationsveranstaltung am 24. August auf dem KSK- Parkplatz in Walsrode unter dem Motto „Ich bin nicht behindert- ich werde behindert“

Walsrode (mü/gr). Die Kreissparkasse Walsrode stellt ihre Kunden in den Vordergrund. Dazu gehört neben einer qualitativ hochwertigen Beratung ebenso ein möglichst einfacher Zugang zu den Geschäftsstellen auch für Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung. „Wir sind für alle zusätzlichen Anregungen dankbar,“ sagt Jens Rübke, Leiter des Unternehmensbereiches Privatkunden in einem Gespräch mit dem Vorstand des SoVD-Kreisverbandes, der die Bank auf „Herz und Nieren“ testete.  

Um sich selbst ein Bild von der Situation vor Ort zu machen, hatte der Sozialverband Heidekreis zum Ortstermin in die Hauptstelle der Sparkasse in Walsrode eingeladen. Neben dem ersten Vorsitzenden Jürgen Hestermann und Pressesprecher Klaus Müller beurteilten Kreisfrauensprecherin Annette Krämer und Dörte Wieters aus Klein –Eilstorf  die Situation in der Sparkasse. Jürgen Hestermann erläutert: „Für uns ist es wichtig, direkt von der auf den Rollstuhl angewiesenen Annette Krämer und der erblindeten Dörte Wieters zu erfahren, an welchen Stellen es hakt und was besonders gut funktioniert“, so Hestermann und Klaus Müller ergänzt: „Dies ist die Aufgabe des Sozialverbandes als Interessenvertreter unter anderem von behinderten Menschen.“

„Eine hohe Kundenzufriedenheit ist für uns sehr wichtig. Ob es um die Beratungsqualität, die Beschwerdezufriedenheit oder eben die Barrierefreiheit geht – die Meinung unserer Kunden liefert uns die besten Hinweise dafür, wo wir noch besser werden können“, so Markus Grunwald, Pressesprecher der Kreissparkasse Walsrode.  

Für Jens Rüpke, Leiter des Unternehmensbereiches Privatkunden und damit verantwortlich für die Geschäftsstellen des Kreditinstituts, nimmt die Barrierefreiheit einen wichtigen Stellenwert ein. „Wer zu uns in die Hauptstelle kommt, kann beispielsweise mit dem Rollstuhl an einen eigens dafür vorgesehenen Geldautomaten fahren. Und wer einen Termin bei seinem Berater hat, der nutzt den kleinen Fahrstuhl, um die Treppenstufen zu überbrücken“, erläutert Jens Rüpke.

Für einen sicheren Gang, wenn man nicht sehen kann, sorgen Handläufe und breite Eingänge zur Geschäftsstelle und zu den Büros. Für alle Geschäftsstellen der Kreissparkasse Walsrode gilt, dass sie über automatische Schiebetüren und einen für Rollstuhlfahrer ausreichend breiten Eingang verfügen und ebenerdig zu erreichen sind. Und für blinde Menschen, die am Automaten Geld abheben, sind die Tasten mit Markierungen zur Orientierung versehen. Was für Jens Rüpke noch wichtig ist: „Neben diesen technischen Vereinfachungen stehen natürlich unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort mit einer helfenden Hand zur Seite.“

Die Barrierefreiheit bezieht sich aber nicht nur auf die Geschäftsstellen, sondern auch auf das Online-Banking. So sind alle Inhalte und Funktionen leicht und schnell zugänglich und mit ausreichend großer Schrift, verständlichen (Link-)Texten, kontrastreichen Textfarben und einer einfachen Seitennavigation versehen.

„Weitere Informationen dazu findet man unter www.ksk-walsrode.de unter dem Punkt „Ihre Sparkasse“ und „Auszeichnungen“, so Markus Grunwald. Dort findet man auch weitere barrierefreie Angebote – zum Beispiel Erklärungen zu Bankprodukten in leichter Sprache oder Erklär-Videos in Gebärdensprache.

Für den Freitag , 24. August laden der Sozialverband Deutschland, Kreisverband Heidekreis und die Kreissparkasse von 10 bis 14 Uhr zu einer Information auf dem Parkplatz hinter dem KSK-Gebäude ein.  Das Motto der Veranstaltung ist die landesweite Aktion des SoVD: „Ich bin nicht behindert- ich werde behindert.“ Kreisfrauensprecherin Annette Krämer, die dem landesweiten Organisationsteam angehört, hat auch diese Veranstaltung in Walsrode vorbereitet. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen.

(Bildnachweis: mü)