Juni 2018

Die Ampeln in Walsrodes City- noch Probleme für behinderte Menschen SoVD-Heidekreis testete die neuen Anlagen

Walsrode/Heidekreis (mü). Dörte Wieters ist 100prozentig sehunfähig, gehört zu den       200 000 Deutschen, die von einer unheilbaren Krankheit befallen ist, kämpft sich aber trotz ihrer Sehbehinderung tapfer durch ihr Leben. Die 45jährige aus Klein-Eilstorf war an diesem Dienstagvormittag "Testperson" für eine Ampelüberprüfung in Walsrodes City. Dort wo die Niedersächsische Straßenverkehrsbehörde komplett neue Anlagen installiert hat. Zahlreiche Beschwerden wegen des Handlings mit den neuen Ampeln waren von SoVD-Mitgliedern dem Kreisvorstand zugetragen worden. Und darum der Test- und in Kürze ein abschließendes Gespräch mit der Behörde. "Es ist alles besser geworden", sagt die sehr engagierte Eilstorferin, aber der letzte Kick fehlt noch. So gibt es an der Kreuzung Verdener Straße/ Neue Straße/Hermann-Löns-Straße und Lange Straße Nachholbedarf. Denn die Zeit reicht für behinderte Menschen nicht aus, die breite Fahrbahn der Verdener Straße zu überqueren, wenn auf GRÜN geschaltet wird. Und das Klackern, das sich einschaltet, wenn ein Sehbehinderter die extra dafür vorgesehene Taste drückt, ist einfach zu leise und zu kurz, sagt Dörte Wieters. Auch an der Poststraße gebe es noch Schwierigkeiten- das Klackern ist kaum zu hören - und zu kurz.  

Die Eilstorferin spricht auch die "Barrieren" auf den Fußwegen in der Innenstadt an. "Plötzlich stand ein Schild vor mir, das ein Geschäftsmann mitten auf dem Weg platziert hatte. Als ich das bemängelte und auf meine Sehschwierigkeiten hinwies, hat er nur gesagt, das könne jeder behaupten." Auch an den gut besetzten Eiscafés engten manche Stühle den Weg sehr stark ein.

Die Eilstorferin weist auch darauf hin, dass es an den Ampeln in der Quintusstraße keine Vorrichtungen für blinde Menschen gebe. Hier sei unbedingter Nachholbedarf notwendig.

Der SoVD-Kreisvorstand hat sich direkt an die Straßenverkehrsbehörde gewendet und um ein klärendes Gespräch gebeten. In dieses Treffen soll auch die Walsroder Bürgermeisterin Helma Spöring einbezogen werden.

(Bildnachweis: mü)

Eine ganz besondere BZA-Lüneburg Sitzung

Kürzlich fand die SoVD- BZA (Bezirksarbeitsgemeinschaft Lüneburg) im 4 Generationen Park in Wathlingen statt.

Diese BZA-Sitzung in Wathlingen war etwas ganz Besonderes, denn es wurde – passend zur am 04.05.2018 in Hannover vorgestellten Kampagne des SoVD-Landesverband Niedersachsen „ich bin nicht behindert, ich werde behindert“ - der Film "All inclusive", eine inklusive Komödie vorgestellt.

Der Produzent Eike Besuden hat es verstanden, einen spitzig-witzigen, mit dem Hintergrund zum Thema Behinderung und Inklusion zu drehen. Ein wunderbarer, sehr lobenswerter Film zum Nachdenken und auch ein bisschen verrückt.

Kevin Alamsyah, ein besonderer/behinderter Schauspieler spielt die Hauptrolle als Ricky, der ein Hotel erbt. Es stellt sich ihm die Frag: will er Chef vom Hotel sein? Kann er überhaupt ein guter Chef sein? Er macht viel falsch- und doch führen ihn seinen besonderen Ideen zu ganz neuen Wegen.

Im Anschluss der Vorstellung gab es Gelegenheit mit dem Produzenten und den Schauspielern zu diskutieren.

Vom SoVD-Landesverband konnte der stellv. Landesgeschäftsführer Dirk Kortylak sowie der Regionalleiter des Bezirks Frank Sobottka vom BZA-Sprecher Achim Spitzlei begrüsst werden.

Der Heidekreis war vertreten durch den 1. Kreisvorsitzenden Jürgen Hestermann, Kreisschatzmeisterin Anneliese Heller, Kreisfrauensprecherin Annette Krämer, Angela Schwarz (1. Vorsitzende OV-Bomlitz) sowie Lonny Cole (Frauensprecherin des OV-Walsrode).

Bildnachweis: Bernd Skoda