Mai 2018

„Mitten im Leben“- SoVD-Kreisverband besucht Heidewerkstätten

Walsrode(mü). Fast zwei Stunden informierte sich der Vorstand des SoVD-Kreisverbandes am Donnerstag über die Arbeit der Heidewerkstätten in Walsrode. Vorsitzender Jürgen Hestermann zeigte sich anschließend sehr beeindruckt von dem breiten Angebot und der ausgesprochen fachlichen Ausbildung der mehr als 650 behinderten Menschen, die in Walsrode in fünf Betriebsstätten, aber auch in Soltau und Munster verschiedenste Arbeitsmöglichkeiten finden. 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Werkstätten führen die Menschen mit verschiedenster Behinderung behutsam und sorgfältig in die Arbeitswelt ein und vermitteln ihnen ein ausgesprochen gutes Gefühl, ein wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft zu sein.

Katrin Bastiansen, pädagogische Leiterin der Heidewerkstätten und Werkstattleiter Michael Pröhl führten die Gäste durch die verschiedenen Berufsbildungs- und Fertigungsbereiche der Werkstätten. Man war sehr überrascht über die Vielfalt der Arbeitsmöglichkeiten. Jürgen Hestermann: „Wir werden die Zusammenarbeit mit den Heidewerkstätten in der Zukunft verstärken. Uns als SoVD schwebt vor, immer wieder einmal mit gemeinsamen Aktionen auf die Thematik „Integration in der Gesellschaft“ aufmerksam zu machen.“

Am 6. Juli, 13 bis 17 Uhr findet das große Sommerfest der Heidewerkstätten mit einem bunten Programm auf dem Gelände an der Rudolf-Diesel-Straße statt.

SoVD startet Kampagne „Ich bin nicht behindert- ich werde behindert“ mit Groß-Demo in Hannover- Annette Krämer aus Ahlden auf dem Podium

„Denn jeder hat ein Recht auf Lebensqualität“

 

 

Heidekreis(mü). Mit über 30 SoVD-Mitgliedern aus dem gesamten Heidekreis, von Schneverdingen bis Rethem, Munster bis Schwarmstedt hat der SoVD Kreisverband an einer Groß-Demonstration zum Start der diesjährigen landesweiten Kampagne „Wir sind nicht behindert, wir werden behindert“ am Kröpcke in Hannover teilgenommen. Eine der Gesprächspartner auf dem Podium war Kreisfrauensprecherin Annette Krämer aus Ahlden, die vor Hunderten von Zuhörerinnen und Zuhörern aus ihrem Leben berichtete. Zentraler Mittelpunkt ihrer Aussagen war der Satz: Es gibt im Leben immer Momente, die man sich niemals wünscht.“

 

Und dann berichtete die heute 60jährige Rollstuhlfahrerin über ihr Schicksal, über einen Tag im April. „Es hätte jedem jederzeit auch passieren können. So wie auch mir vor 20 Jahren. Ich wurde durch einen schweren Unfall von  einer zur nächsten Sekunde in den Rollstuhl katapultiert. Und plötzlich ist alles anders. Auch ich habe nicht glauben können, mein Leben mit Prothese und Rollstuhl verbringen zu müssen.“

 

Aber auch nach 20 Jahren stoßt sie im Alltag immer wieder auf sehr viele Hürden. Es habe sich zwar sehr viel getan im Bereich der Barrierefreiheit. Trotzdem gibt es noch unglaublich viele Dinge, die dringend verändert werden müssten. Annette Krämer: „Die fremdbeparkten Behinderten – Parkplätze oder die Zugänge von Apotheken oder einer Arztpraxis. Hier ist noch viel zu tun. Ich kann nur jeden appellieren und ermuntern, vor allem die Politik, zu versuchen, sich in das Leben eines Rollstuhlfahrers / Blinden et cetera pp, zu versetzten. Oder den Mut aufbringen sich in einen Rollstuhl zu setzen und  zu versuchen, einen Fahrstuhlknopf zu erreichen, der einen halben Meter zu hoch angebracht ist.“

 

"Denn ein jeder habe ein Recht auf Lebensqualität und Selbstbestimmung"

 

Annette Krämers Auftritt auf der „großen Bühne“ in Hannover war viel beachtet. Selbst das NDR-Fernsehen berichtete über die Veranstaltung. SoVD-Kreisvorsitzender Jürgen Hestermann: „Wir werden weiter am Ball bleiben.“ Nächster Projekt ist ein Besuch bei der Böhmetalbahn in Altenboitzen. Dort wird man eine neue Rampe für Rollstuhlfahrer in Augenschein nehmen.