April 2026
SoVD in Niedersachsen mit neuem MitgliederrekordÜber 300.000 Menschen vertrauen dem Sozialverband
Hannover. Der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen stellt einen neuen Mitgliederrekord auf und knackt die 300.000er-Marke. Damit bleibt er der größte Sozialverband im Land und berät seine Mitglieder kompetent zu den Themen Rente, Behinderung, Pflege, Gesundheit, Bürgergeld und Patientenverfügung/Vorsorgevollmacht.
Der SoVD ist weiter auf Erfolgskurs: Mittlerweile vertrauen ihm in Niedersachsen mehr als 300.000 Menschen. Er steht Ratsuchenden zur Seite, wenn etwa die Rentenversicherung eine Erwerbsminderungsrente ablehnt, bei Menschen mit Behinderung ein wichtiges Merkzeichen nicht anerkannt oder der Pflegegrad falsch berechnet wird. „Angesichts unserer Zahlen wird deutlich, dass sich immer mehr Menschen im Umgang mit Behörden und Kranken- sowie Pflegekassen überfordert fühlen, weil viele Verfahren einfach zu kompliziert sind“, stellt Dirk Swinke, Vorstandsvorsitzender des SoVD in Niedersachsen fest.
Dies zeige auch die Anzahl der geführten Verfahren. „Wir stellen für unsere Mitglieder Anträge, legen Widerspruch oder Klage ein und gehen auch in Berufung. Wenn sich der Bedarf an Unterstützung weiter so fortsetzt wie die ersten Monate in diesem Jahr, liegen wir Ende dieses Jahres zehn Prozent über dem Vorjahresschnitt und haben mehr als 55.000 Verfahren geführt“, erläutert Swinke. Er gehe fest davon aus, dass die Nachfrage nach Hilfe weiterhin groß sein wird: „Die Kürzungspläne der Bundesregierung in den Bereichen Gesundheit, Pflege, Eingliederungshilfe und Bürgergeld werden zum Teil fatale Auswirkungen auf die Menschen haben.“ Schon jetzt sei die Verunsicherung an vielen Stellen groß, professionelle Unterstützung sei deshalb dringend notwendig.
In rund 50 Beratungszentren in ganz Niedersachsen berät der SoVD Menschen, die nicht mehr weiterwissen. Und das mit Erfolg: Im vergangenen Jahr hat der Verband 63,5 Millionen Euro an einmaligen Zahlungen für seine Mitglieder erstritten. „In all diesen Fällen haben Behörden und Institutionen zulasten der Betroffenen falsch entschieden und Leistungen abgelehnt. Wir stehen unseren Mitgliedern in solchen Situationen mit all unserer Kraft und unserem Know-How zur Seite“, betont der Vorstandsvorsitzende.
Online-Vortrag: „Schwerbehinderung – Antragstellung und Rechte“SoVD informiert online zum Thema und beantwortet Fragen
Hannover. Das Thema (Schwer-)Behinderung ist für viele Betroffene oft mit Unsicherheiten und Fragen verbunden. Diesen begegnet Katharina Lorenz in ihrem Online-Vortrag „Schwerbehinderung – Antragstellung und Rechte“ am 28. Mai 2026 von 16 bis 17.30 Uhr. Zu der digitalen Veranstaltung des Sozialverbands Deutschland (SoVD) in Niedersachsen können sich Mitglieder und Interessierte bis zum 25. Mai 2026 anmelden und kostenlos teilnehmen.
Wann gelte ich als schwerbehindert und wo beantrage ich einen Schwerbehindertenausweis? Wofür stehen eigentlich die Merkzeichen und welche Vorteile habe ich? Solche Fragen verunsichern Betroffene und ihre Angehörigen häufig, wenn es um eine (Schwer-)Behinderung sowie die Beantragung eines Schwerbehindertenausweises geht. Deshalb gibt Katharina Lorenz in ihrem kostenlosen Online-Vortrag „Schwerbehinderung – Antragstellung und Rechte“ am 28. Mai 2026 Antworten und zeigt auf, wie der SoVD weiterhelfen kann. Außerdem erklärt die Referentin, was Betroffene tun können, wenn der Grad der Behinderung herabgestuft werden soll. Die digitale Veranstaltung findet von 16 bis 17.30 Uhr per Zoom statt.
Anmelden können sich Mitglieder und Interessierte bis zum 25. Mai 2026 unter weiterbildung@sovd-nds.de. Einen Teilnahmelink erhalten sie spätestens am Tag des Vortrags ebenfalls per E-Mail. Weitere Informationen zur digitalen SoVD-Vortragsreihe sind unter www.sovd-nds.de verfügbar.
SoVD: Arbeitspapier offenbart fatales MenschenbildKürzungen in der Eingliederungshilfe
Hannover. Der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen zeigt sich empört angesichts der Reformüberlegungen zur Eingliederungshilfe, die in einem Arbeitspapier des Paritätischen Wohlfahrtsverbands bekannt wurden. Für Niedersachsens größten Sozialverband ist klar: Wer nicht der „Merzschen Norm“ entspricht, hat keine Solidarität mehr zu erwarten.
Das Arbeitspapier, das auf Vorschlägen aus einer Arbeitsgruppe der Bundesregierung beruht, enthält erschütternde Kürzungsvorschläge: Das individuelle Wunsch- und Wahlrecht von Menschen mit Behinderung soll massiv eingeschränkt werden. Damit könnten Betroffene nicht mehr frei entscheiden, welche Unterstützungsangebote sie in Anspruch nehmen möchten. Außerdem sollen Leistungen stärker pauschaliert werden, individuelle Bedürfnisse würden dann keine Rolle mehr spielen. Auch Streichungen bei der Mobilität und in der Bildung sind in dem Papier aufgeführt.
„Insgesamt kann man sagen: Es soll weniger Selbstbestimmung im Alltag, mehr Abhängigkeit von starren Strukturen und finanzielle Mehrbelastungen für Menschen geben, die ohnehin auf Unterstützung angewiesen sind“, fasst Dirk Swinke, Vorstandsvorsitzender des SoVD in Niedersachsen, zusammen. Für ihn ist das eine erschütternde Entwicklung: „Bei der gleichberechtigten Teilhabe von Menschen mit Behinderung kommen wir in Deutschland sowieso nur in Babyschritten voran. Die Überlegungen machen alles Erreichte zunichte und offenbaren ein fatales Menschenbild: Wer vermeintlich nicht in das Bild des leistungsfähigen Menschen von Bundeskanzler Merz passt, kann sich der Solidarität der Gesellschaft nicht mehr sicher sein“, stellt Swinke fest.
Der SoVD fordert deshalb den Bund auf, die Vorschläge schnell wieder in der Schublade verschwinden zu lassen. „Auch die niedersächsische Landesregierung muss hier eingreifen und ihren Einfluss in der Arbeitsgruppe nutzen. Es darf keine Kürzungen in der Eingliederungshilfe geben“, so der Vorstandsvorsitzende. Wer den Sozialstaat Schritt für Schritt aushöhle, riskiere nicht nur, dass Menschen abgehängt werden, sondern setze auch den demokratischen Zusammenhalt aufs Spiel. „Angesichts der derzeitigen politischen Entwicklung ist das genau das falsche Signal“, betont der niedersächsische SoVD-Chef.