Juli 2026
Pauschbetrag und Kfz-Hilfe: Finanzielle Entlastung für Menschen mit BehinderungSteuererleichterung und Zuschuss für bessere Teilhabe am Arbeitsleben
Bad Fallingbostel. Durch eine Behinderung fallen für betroffene Menschen im Alltag zum Beispiel durch Medikamente, Physiotherapie oder den behindertengerechten Umbau eines Autos oft zusätzliche Kosten an. Finanziell entlasten können hier in Form einer Steuererleichterung beziehungsweise eines Zuschusses der Behinderten-Pauschbetrag und die sogenannte Kfz-Hilfe. Der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Bad Fallingbostel erklärt Wissenswertes zu den Unterstützungsleistungen.
Steuerliche Entlastung und Förderung der Teilhabe am Arbeitsleben: Unter bestimmten Voraussetzungen können Menschen mit Behinderung durch den Behinderten-Pauschbetrag und die sogenannte Kfz-Hilfe bei behinderungsbedingt anfallenden Kosten entlastet werden. Ersterer ist ein jährlicher Freibetrag, der vom zu versteuernden Einkommen abgezogen wird – konkrete Kosten müssen nicht nachgewiesen werden. Denn: Die Höhe des Behinderten-Pauschbetrags ist nach dem Grad der Behinderung (GdB) gestaffelt. „Schon ab einem Grad der Behinderung von 20 können Betroffene entlastet werden. Sie erhalten pro Jahr 384 Euro. Bei einem Grad der Behinderung von 100 sind es 2.840 Euro“, weiß Carola Rauch aus dem SoVD-Beratungszentrum in Bad Fallingbostel. Für blinde Menschen liege der jährliche Pauschbetrag bei 7.400 Euro.
Sind Betroffene durch eine Behinderung oder Krankheit dauerhaft und zwingend auf ein Auto angewiesen, um zur Arbeit oder zur Ausbildungsstätte zu gelangen, können zum Beispiel der zuständige Träger der beruflichen Rehabilitation oder das Integrationsamt unter bestimmten Voraussetzungen den Autokauf sowie den Erwerb eines Führerscheins mit maximal 22.000 Euro bezuschussen. „In welcher Höhe Betroffene einen Zuschuss bekommen, hängt auch vom Nettoeinkommen ab. Wird eine Zusatzausstattung wie etwa eine Lenkhilfe benötigt, werden die Kosten allerdings komplett und unabhängig vom Nettoeinkommen übernommen“, erläutert Carola Rauch. Wichtig ist, dass Betroffene den Antrag auf Kfz-Hilfe im Vorfeld stellen und auch erst nach einer Genehmigung ein Auto kaufen. Ohne vorherige Zusage besteht kein Anspruch auf eine Kostenübernahme.
Weitere Fragen zum Thema Behinderung beantworten die Berater*innen des SoVD in Bad Fallingbostel gerne und sind auch bei Antragstellungen behilflich (Kontakt: 05162-904849 oder info.badfallingbostel(at)sovd-nds.de)
Vorsicht vor BetrugsmascheHinweis für unsere Mitglieder und Freunde des SoVD-Heidekreis
Vorsicht vor Betrugsmasche
Heidekreis: Derzeit häufen sich Betrugsfälle, bei denen Kriminelle mit einer
Kombination aus täuschend echt wirkenden E-Mails und anschließenden
Telefonanrufen hohe Geldbeträge erbeuten.
In einem aktuellen Fall erhielt ein Geschädigter zunächst eine E-Mail, die
scheinbar von seiner Bank stammte. Darin wurde er aufgefordert, seine
Registrierung für das Online-Banking zu verlängern. Über einen Link in der
E-Mail gelangte er auf eine vermeintliche Serviceseite. Im weiteren Verlauf
erhielt der Mann einen Anruf. Auf dem Display seines Telefons wurde dabei die
Rufnummer seiner Bank angezeigt. Auch eine auf dem Smartphone installierte
Sicherheitssoftware stufte den Anruf als vertrauenswürdig ein. Der vermeintliche
Bankmitarbeiter erklärte, es seien verdächtige Überweisungen aus dem Ausland
festgestellt worden. Um diese zu verhindern, müsse der Geschädigte die
Stornierung der Transaktionen in seiner Banking-App bestätigen. Der Anrufer
leitete ihn dabei Schritt für Schritt durch die Anwendung.
Erst kurze Zeit später stellte der Geschädigte fest, dass stattdessen
Sofortüberweisungen von seinem Konto ausgeführt worden waren.
Die Polizeiinspektion Heidekreis rät in diesem Kontext:
- Seien Sie misstrauisch bei E-Mails, die angeblich von Ihrer Bank
stammen - auch wenn sie auf den ersten Blick echt wirken.
- Lassen Sie sich nicht von einer angezeigten Telefonnummer
täuschen. Betrüger können Rufnummern manipulieren, sodass auf
dem Display scheinbar die Nummer Ihrer Bank erscheint.
- Klicken Sie niemals unüberlegt auf Links oder Buttons in
E-Mails, die angeblich von Ihrer Bank stammen.
- Bestätigen Sie in Ihrer Banking-App keine Vorgänge, die Sie
nicht selbst veranlasst haben - auch dann nicht, wenn Sie
währenddessen telefonisch angeleitet werden.
- Beenden Sie das Gespräch bei Zweifeln sofort und kontaktieren
Sie Ihre Bank ausschließlich über die Ihnen bekannten
offiziellen Rufnummern.
- Lassen Sie sich nicht durch Zeitdruck oder angeblich dringende
Sicherheitsmaßnahmen unter Druck setzen.
- Kontrollieren Sie regelmäßig Ihre Kontobewegungen und
informieren Sie bei verdächtigen Abbuchungen umgehend Ihre Bank
sowie die Polizei.
Rückfragen bitte an:
Polizeiinspektion Heidekreis
Telefon: +49 5191 9380-104
(Erschienen im Presseportal)
An alle Mitglieder und Freunde des SoVD. Passt am Telefon sehr genau auf!Mehrere Schockanrufe im nördlichen Heidekreis
Heidekreis: Am Mittwoch kam es im nördlichen Heidekreis zu mehreren sogenannten
Schockanrufen. Die Betrüger gaben sich unter anderem als Polizeibeamte oder
Staatsanwälte aus und versuchten, ihre Opfer unter einem Vorwand zur Herausgabe
von Bargeld oder Wertsachen zu bewegen. In den bislang bekannt gewordenen Fällen
erkannten die Angerufenen die Betrugsmasche rechtzeitig und beendeten die
Gespräche, sodass kein Schaden entstand.
Die Polizeiinspektion Heidekreis weist erneut darauf hin, dass Polizeibeamte,
Staatsanwälte oder andere Behörden niemals am Telefon die Herausgabe von
Bargeld, Schmuck oder sonstigen Wertsachen verlangen. Wer einen entsprechenden
Anruf erhält, sollte das Gespräch umgehend beenden und sich bei Unsicherheiten
selbstständig über die bekannten Rufnummern an die örtliche Polizei wenden.
Angehörige, insbesondere ältere Familienmitglieder, sollten über diese
Betrugsmasche informiert und sensibilisiert werden.
(Erschienen im Presseportal 01.07.2026)
Wohngeld: Kürzungen bedrohen Menschen in ihrer ExistenzSoVD fordert Rücknahme der Pläne und mehr sozialen Wohnungsbau
Hannover. Rund 128.000 Haushalte in Niedersachsen beziehen Wohngeld. Sie sind auf diese Leistungen angewiesen, da die Mieten mittlerweile so hoch sind, dass sie sie aus ihren eigenen Einnahmen nicht stemmen können. Der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen zeigt sich deshalb angesichts der geplanten Kürzungen beim Wohngeld alarmiert und macht deutlich: Die niedersächsische Landesregierung muss sich im Bundesrat gegen die Pläne stellen und endlich für bezahlbare Mieten sorgen.
Die angekündigten Kürzungen der Bundesregierung beim Wohngeld sind radikal: Die geplante Erhöhung im kommenden Jahr soll entfallen und die Heizkostenpauschale soll halbiert sowie die Berechnungsgrundlage geändert werden. Damit hätten viele keinen Anspruch mehr auf Wohngeld. „Diese Maßnahmen bedrohen die betroffenen Menschen in ihrer Existenz. Wie sollen sie sich ihre Mieten leisten können, wenn diese immer weiter steigen?“, so Dirk Swinke, Vorstandsvorsitzender des SoVD in Niedersachsen, und ergänzt: „Betroffene kommen zu uns in die Beratung und wissen nicht mehr weiter. Viele von ihnen sind auf das Wohngeld angewiesen. Wenn die Leistung nicht wie angedacht erhöht wird, trifft das die Menschen – vor allem Familien, Alleinerziehende und Rentner*innen – hart.“ Auch die Halbierung der Heizkostenpauschale sei in Zeiten steigender Energiekosten eine fatale Entscheidung.
„Wir als größter Sozialverband in Niedersachsen fordern von der Landesregierung, sich im Bundesrat entschieden gegen das Vorhaben zu stellen und dafür zu sorgen, dass die Kürzungen zurückgenommen werden“, betont Swinke. Dieser Bereich dürfe nicht zum Sparopfer werden, denn Wohnen sei ein Grundrecht. „Wohngeld ist für viele Menschen unverzichtbar und schützt vor Wohnungsverlust. Das scheint die Bundesregierung vergessen zu haben“, kritisiert der Vorstandsvorsitzende.
Aus SoVD-Sicht dürfe es dabei aber nicht bleiben. „Wohngeld ist keine dauerhafte Lösung, um der Krise auf dem Wohnungsmarkt zu begegnen. Die Landesregierung muss deshalb noch stärker in den sozialen Wohnungsbau investieren, wenn sie den Menschen in Niedersachsen wirklich helfen möchte“, fordert Swinke.