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März 2026

SoVD-Chef fordert: „Nicht nur Versicherte belasten“Reform-Vorschläge für Krankenversicherung

Hannover. Aus Sicht des Sozialverbands Deutschland (SoVD) in Niedersachsen sind die Vorschläge der Kommission für eine Reform der Krankenversicherung sozial ungerecht, da sie in erster Linie Menschen mit niedrigem Einkommen betreffen. Besonders die Kürzung von Leistungen und die Abschaffung der beitragsfreien Familienversicherung sieht der SoVD kritisch – vor allem in Niedersachsen, wo die Armutsquote über dem Bundesdurchschnitt liegt.
„Die finanzielle Lage im Gesundheitssystem als problematisch zu bezeichnen, wäre deutlich untertrieben. Es pfeift vielmehr aus dem letzten Loch“, bewertet Dirk Swinke, Vorstandsvorsitzender des SoVD in Niedersachsen die derzeitige Situation. Es sei deshalb völlig klar, dass etwas passieren müsse. „Zahlreiche Vorschläge der Kommission gehen allerdings zulasten der Versicherten. Das ist nicht gerecht“, betont Swinke.
Die Kritik des größten Sozialverbands in Niedersachsen betrifft vor allem die Erhöhung der Zuzahlungen, die Abschaffung der beitragsfreien Familienversicherung für Ehepartner*innen und die Einschnitte beim Krankengeld sowie bei der Kostenübernahme von Zahnersatz. „Das trifft die Menschen in Niedersachsen, wo rund 1,3 Millionen armutsgefährdet sind, besonders hart“, erläutert der Vorstandsvorsitzende. Er appelliert an die Landesregierung: „Die Kürzungsvorschläge dürfen in der jetzigen Form nicht umgesetzt werden. Dafür müssen sich die niedersächsischen Politiker*innen in Berlin starkmachen.“
Aus SoVD-Sicht gibt es zwar auch positive Vorschläge der Kommission, darüber hinaus liegen tragfähige Lösungen für eine sichere Finanzierung der Krankenversicherung aber bereits länger vor. „Die Beitragsbemessungsgrenze muss unbedingt angehoben werden. Nur, wenn Menschen mit hohem Einkommen stärker zur Solidargemeinschaft beitragen, gibt es eine gerechte Lösung“, ist sich Swinke sicher. Auch die Senkung der Mehrwertsteuer auf Arzneimittel würde die Kosten in der Krankenversicherung verringern. Offen zeigt sich Swinke für die Erhöhung der Steuern bei Tabak, Alkohol und Zucker zur Stabilisierung des Gesundheitssystems und des Beitrages zur gesetzlichen Krankenversicherung.

Fahrt zum Rollstuhl-Basketball nach Hannover„Für mehr Miteinander“

Hannover: Der SoVD-Heidekreis hat am vergangenen Wochenende eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig Gemeinschaft und Zusammenhalt sind. Mit einer großen Gruppe von nahezu neunzig Mitgliedern, Gästen und Freunden unterstützte der Verband die Bundesliga-Mannschaft „Hannover-United“ beim Rollstuhl-Basketball.

Die Fans sorgten mit ihrer Begeisterung für eine mitreißende Stimmung in der Halle und feuerten „Hannover-United“ leidenschaftlich an. Trotz des großartigen Einsatzes der Mannschaft und der Unterstützung von der Tribüne musste sich „Hannover-United“ dem Team „Rhine River Rhinos“ aus Wiesbaden geschlagen geben. Die Gäste aus Wiesbaden zeigten eine starke Leistung und entschieden das Spiel für sich.

Doch unabhängig vom Ergebnis war der Tag ein gelungenes Beispiel für gelebtes Miteinander und Inklusion. Die gemeinsame Erfahrung beim Sport stärkte das Gemeinschaftsgefühl und zeigte, wie wertvoll solche Begegnungen für alle Beteiligten sind.

(Text: Annette Krämer, Bildnachweis: SoVD-Heidekreis)

Online-Vortrag: „Pflegegrad, Begutachtung & Co.: Was muss ich bei der Pflege zu Hause beachten?“SoVD informiert und gibt Tipps

Hannover: Wenn es um die häusliche Pflege geht, tauchen bei Betroffenen häufig viele Fragen auf, die sie verunsichern. Deshalb bietet der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Hannover am 23. April 2026 einen Online-Vortrag zum Thema „Pflegegrad, Begutachtung & Co.: Was muss ich bei der Pflege zu Hause beachten?“ an. Von 16 bis 17.30 informiert Referentin Katharina Lorenz über Wissenswertes und beantwortet die Fragen der Teilnehmenden. Die Veranstaltung ist Teil der kostenlosen digitalen SoVD-Vortragsreihe.

Im Online-Vortrag informiert der SoVD am 23. April 2026 von 16 bis 17.30 Uhr digital und kostenlos zum Thema „Pflegegrad, Begutachtung & Co.: Was muss ich bei der Pflege zu Hause beachten?“. „Regelmäßig kommen Mitglieder zu uns, weil sie Fragen zur häuslichen Pflege haben. Denn wer zum Beispiel einen Pflegegrad beantragen möchte, stößt oft auf Unklarheiten. Viele sind auch mit dem Ausfüllen der zahlreichen Anträge überfordert. Dabei unterstützen wir gerne. In meinem Vortrag gehe ich außerdem auf Unsicherheiten ein, die uns in unserer Beratung häufig begegnen“, sagt Referentin Katharina Lorenz. Sie erläutert unter anderem, wie ein Pflegegrad beantragt wird und welche Voraussetzungen dafür erfüllt sein müssen. Die Referentin geht zudem darauf ein, wie eine Begutachtung durch den Medizinischen Dienst (MD) abläuft und gibt wertvolle Tipps, was Betroffene dabei berücksichtigen sollten. Und was, wenn ich mit dem zuerkannten Pflegegrad nicht einverstanden bin? Auch auf diese Frage weiß Lorenz eine Antwort. Außerdem stellt sie mögliche Hilfen und Leistungen der Pflegeversicherungen vor.

Die Anmeldung zu der Zoom-Veranstaltung steht Mitgliedern und Interessierten offen. Sie ist bis zum 20. April 2026 unter weiterbildung@sovd-nds.de möglich. Einen Teilnahmelink erhalten Angemeldete spätestens am Tag der Veranstaltung. Mehr Informationen zur digitalen SoVD-Vortragsreihe sowie weiteren geplanten Themen sind unter www.sovd-nds.de verfügbar.

SoVD-Kreisverband informierte Soltaus Bürgermeister Karsten BrockmannGutes Gespräch geführt

Soltau (mü). Der Bürgermeister lud den SoVD-Kreisverband prompt zum bunten Stadtfest in der Stadt im Mai ein. Hier präsentieren sich alle Vereine der Stadt- es wäre schön, wenn der Sozialverband, als einer der größten Vertreter Soltaus dabei sein könnte. Und Kreisvorsitzender Jürgen Hestermann ließ durchblicken, dass man dafür schon eine gute Idee hat.

Es wurde in gutes einstündige Gespräch im Rathaus, das Karten Brockmann gemeinsam mit Diana Köpke aus der Sozialhilfe mit dem SoVD-Kreisverband führte. Brockmann zeigte sich überrascht, als er von rund 8400 Mitgliedern des Verbandes im Heidekreis (darunter an die 1200 in Soltau) und von dem breiten Angebot des SoVD erfuhr, über das Annette Krämer, zweite Vorsitzende, informierte. „Vor allem die Fragen zur Rente und zur Pflege bewegen unsere Mitglieder. Aber auch das Thema der Barrierefreiheit wurde immer wieder angesprochen. Und der ehrenamtliche Einsatz für die weiblichen Mitglieder, die sich immer wieder zusammenfinden, um ihre Rechte anzusprechen. Der Equal Pay Day, der erst kürzlich begangen wurde, war ein deutliches Beispiel dafür, dass Frauen endlich einmal wie Männer für ihre Tätigkeit im Beruf honoriert werden müssen.

Brockmann kündigte an, dass die Stadt in Zukunft noch mehr für die Bevölkerung machen werde. Und sagte, dass er sich bei der letzten Veranstaltung des SoVD in Soltau besonders gut aufgehoben gefühlt habe. „Kommen Sie gern zu mir, wenn Sie ein Problem haben. Ich versuche, eine Lösung zu finden.“

(Bildnachweis: mü)

SoVD kritisiert: Zahlreiche DAX-Unternehmen sind kein Vorbild für InklusionUmfrage zeigt: Viele Großkonzerne ignorieren Menschen mit Behinderung

Hannover. Nur 45 Prozent der deutschen DAX-Unternehmen beschäftigen Menschen mit Behinderung. Das zeigt eine Umfrage von SWR und MDR. Auch in Niedersachsen sieht es ähnlich aus. Der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen reagiert mit Entsetzen auf die Zahlen und fordert von Politik und Arbeitgebenden mehr Einsatz, damit Menschen mit Behinderung einen Job auf dem ersten Arbeitsmarkt finden.
Unter bestimmten Voraussetzungen sind Unternehmen dazu verpflichtet, mindestens fünf Prozent ihrer Jobs an Menschen mit Behinderung zu vergeben. Diese Vorgabe erfüllen lediglich 18 von 40 DAX-Unternehmen. 14 bleiben sogar darunter. „Jeder dritte Großkonzern ignoriert die gesetzlichen Vorgaben und kauft sich lieber mit einer entsprechenden Geldsumme frei. Das ist ein Unding“, sagt Dirk Swinke, Vorstandsvorsitzender des SoVD in Niedersachsen, wo die Zahlen nahezu deckungsgleich sind.
Als Begründungen nennen die DAX-Unternehmen die Tatsache, dass viele Arbeitnehmer*innen ihre Behinderung nicht angeben würden oder dass es zu wenig Bewerber*innen gebe. „Diese Argumente kommen immer wieder und sind nach wie vor eine Frechheit“, so Swinke weiter. Statistiken zeigten, dass Menschen mit Behinderung gut qualifiziert seien. Hinzu komme, dass die Arbeitslosenquote bei Menschen mit Behinderung doppelt so hoch sei wie bei Personen ohne eine Behinderung. „Es gibt also genügend qualifizierte Bewerber*innen. Man muss sie allerdings auch wollen“, betont der Vorstandsvorsitzende.
Dass gerade große Konzerne ihrer Vorbildfunktion nicht nachkommen, wertet der SoVD als fatales Signal. „Hier fehlt es offenbar an Bereitschaft der Arbeitgebenden und es gibt zusätzlich noch strukturelle Barrieren. Deshalb muss die Politik – vor allem auch die Landesregierung – viel mehr tun, damit Inklusion endlich ernst genommen wird. Das Thema muss ganz oben auf die Agenda. Wenn Inklusion zur Selbstverständlichkeit wird, ist das ein entscheidendes Signal für Unternehmen und Gesellschaft“, fordert Swinke und ergänzt: „Unternehmen müssen für das Thema mehr sensibilisiert und die Einhaltung der Quote muss viel strenger kontrolliert werden. Angesichts des dramatischen Fachkräftemangels brauchen Unternehmen die Arbeitskraft von Menschen mit Behinderung dringend.“

SoVD fordert: Niedersachsen braucht eigenes Gesetz gegen Diskriminierung„Internationaler Tag gegen Rassismus“ am 21. März 2026

Hannover. Viele Menschen in Deutschland fühlen sich im Umgang mit Ämtern und Behörden benachteiligt. Das macht eine aktuelle Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes deutlich. Anlässlich des „Internationalen Tags gegen Rassismus“ am 21. März 2026 fordert der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen deshalb von der Landesregierung, ein eigenes Antidiskriminierungsgesetz einzuführen, das auch für staatliche Stellen bindend ist.
Ein Viertel der Menschen, die in Deutschland mit Benachteiligungen zu kämpfen haben, berichten laut der Studie „Wie Deutschland Diskriminierung erlebt“, dass sie sich im Kontakt mit Ämtern und Behörden diskriminiert fühlen. Die Konsequenz ist, dass sie nicht im gleiche Maße Zugang zu Leistungen bekommen, die ihnen zustehen „Wir haben offenbar ein großes Problem, wenn es um die Teilhabe von Menschen verschiedener Gruppen geht“, stellt Dirk Swinke, Vorstandsvorsitzender des SoVD in Niedersachsen, fest und ergänzt: „Auch in unserer Beratung sehen wir täglich, dass es für viele Menschen schwierig ist, ohne unsere Hilfe ihr Recht gegenüber Behörden, Kranken- und Pflegekassen durchzusetzen.“ Gründe hierfür seien oft zu komplizierte Anträge und Schreiben, aber auch zu intransparente Verfahren. „Wer beispielsweise Sprachschwierigkeiten hat oder durch Vorurteile benachteiligt wird, braucht dann einen starken Partner an ihrer*seiner Seite“, so Swinke.
Niedersachsens größter Sozialverband sieht durch diese Benachteiligung vor allem auch eine Gefahr für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. „Wenn gerade Institutionen, die Menschen in schwierigen Lagen helfen sollen, Betroffene diskriminieren, sorgt das für massive soziale Ungleichheit“, betont der Vorstandsvorsitzende. Er fordert deshalb von der Landesregierung, ein Antidiskriminierungsgesetz einzuführen. „Das ist leider dringend notwendig, da das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz nicht das Handeln von Behörden abdeckt. In Berlin gibt es ein solches Gesetz auf Landesebene bereits, in Niedersachsen brauchen wir es auch“, erläutert Swinke. Nur so könne einer Benachteiligung im öffentlich-rechtlichen Bereich unter anderem aufgrund von Herkunft, Behinderung, Alter oder Geschlecht wirksam begegnet werden.

Bildungs- und Teilhabepaket: Finanzielle Entlastung für Familien mit wenig Einkommen Anspruch kann bei Bezug von Sozialleistungen bestehen

Bad Fallingbostel. Beziehen Familien Bürgergeld, Sozialhilfe, Grundsicherung, Wohngeld oder einen Kinderzuschlag, können sie unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf Leistungen aus dem sogenannten Bildungs- und Teilhabepaket für ihre Kinder haben. Übernommen werden dann beispielsweise anfallende Schulkosten oder Kosten für Freizeitangebote. Der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Bad Fallingbostel informiert rund um die Leistungen und die Anspruchsvoraussetzungen.

Familien mit wenig Einkommen können unter Umständen durch das Bildungs- und Teilhabepaket finanziell entlastet werden – wenn sie Bürgergeld, Sozialhilfe, Grundsicherung, Wohngeld oder einen Kinderzuschlag bekommen. „Übernommen oder bezuschusst werden zum Beispiel die Kosten für Nachhilfestunden oder den Musikunterricht sowie der Mitgliedsbeitrag des Sportvereins. Außerdem können anspruchsberechtigte Familien bei Ausflügen, Klassenfahrten, der Schülerbeförderung oder der Mittagsverpflegung in Kindertagesstätten und Schulen finanziell entlastet werden“, weiß SoVD-Berater*in Carola Rauch aus Bad Fallingbostel.

Für einen Anspruch müssen Kinder unter 25 Jahre alt sein und eine Kindertagesstätte oder allgemein- beziehungsweise berufsbildende Schule besuchen. Außerdem dürfen sie keine Ausbildungsvergütung erhalten. Ein Antrag kann formlos unter Hinweis auf den konkreten Bedarf oder mit dem entsprechenden Formular beim Jobcenter beziehungsweise der für die oben genannten Leistungen zuständigen Stelle gestellt werden. „Für eine Kostenübernahme müssen Betroffenen gegebenenfalls weitere Bescheinigungen etwa für eine Klassenfahrt vorlegen. Wichtig ist, dass Anträge rechtzeitig gestellt werden, denn grundsätzlich ist die nachträgliche Übernahme von Kosten nicht möglich. Eine Ausnahme bildet der Schulbedarf. Hier wird jeweils zum 1. Februar und zum 1. August eine Pauschale ausgezahlt“, informiert Rauch.

Für Fragen zum Bildungs- und Teilhabepaket oder zu den genannten Sozialleistungen stehen die Berater*innen des SoVD in Bad Fallingbostel gerne zur Verfügung und unterstützen außerdem bei der Antragstellung. Kontaktiert werden kann der Verband unter 05162-904849 oder info.badfallingbostel(at)sovd-nds.de

Ein eindrucksvolles Bekenntnis zu den MEHR-Rechten für alle Frauen - Feine Rede des Landrats und nachdrückliches Bekenntnis der Landwirtschaft zur FrauZum Equal Pay Day kam der Vorstand des SoVD-Niedersachsen in das Altenwahlinger Gasthaus „Zur Linde“. Frauen fordern gerechte Bezahlung für ihren Job - Noch immer „16 Prozent“ hinterher bei gleichen Leistungen

Altenwahlingen (mü). „Wir müssen uns dafür einsetzen, dass die Frauen für ihre Arbeit endlich genau so belohnt werden wie ihre männlichen Kollegen.“ Sagt der Niedersächsische SoVD Vorstand Dirk Swinke am Sonntag in einer eindrucksvollen Equal-Pay-Day Veranstaltung im Altenwahlinger Gasthaus „Zur Linde.“ Fast alle SoVD-Ortsverbänden aus dem Kreisverband hatten ihre Frauensprecherinnen geschickt, um eine sehr eindrucksvolle Veranstaltung zu erleben. Organisiert von dem Ortsverband Hodenhagen in Verbindung mit dem Kreisverband gab es fast drei Stunden lang einen tiefen Einblick in eine Thematik, die auch heute noch die Frauen beschäftigen muss. 16 Prozent weniger als die Männer in gleichen Berufen sind einfach viel zu viel für das, was sie tagtäglich leisten.

Dirk Swinke hob die Verdienste der Frauen hervor und rief zu mehr Gemeinsamkeit gerade in der heutigen Zeit auf. „Wir alle müssen die Demokratie stärken und für mehr Gemeinsamkeit in der Gesellschaft einstehen“. Swinke zollte den Frauen in dem mehr als 300.000 Mitglieder starken Sozialverband seine unbedingte Anerkennung und lobte den Heidekreis und seine Kreisfrauensprecherin Annette Krämer für den couragierten Einsatz. Sehr aufmerksam nahmen die Mitglieder im Saal die Ausführungen von Landrat Jens Grote zur Kenntnis. Er berichtete unter anderem auch von einem Ereignis in Island, als alle Frauen an einem Tag im Oktober 1975 in den Streik gingen und das Leben im Land lahmlegten, weil sie zeigen wollten, wie wichtig ihr tagtäglicher Einsatz für die Gesellschaft ist. Viele Menschen in dem kleinen Land haben verstanden und reagiert. Landvolksvorsitzender Henrik Rump und die stellvertretende Landrätin und Bürgermeisterin aus Schwarmstedt, Claudia Schiesgeries berichteten aus ihrem eigenen Leben. „Die Frau in der Landwirtschaft ist für uns einfach unentbehrlich,“ sagt Rump. „Ihre berufliche Tätigkeit wird allerdings finanziell viel zu gering bewertet.“ Und Claudia Schiesgeries erzählt als alleinstehende Mutter und Politikerin über ihren Jahrzehntelangen Kampf um mehr Anerkennung als Frau in dieser Gesellschaft. Anschauungsunterricht zu einem schweren Thema live in Altenwahlingen.

Bei einem gemeinsamen politischen Frühstück tauschte man sich aus, die Mitglieder des SoVD und die anwesenden politischen Vertreter. Es war eine gute Veranstaltung, die sehr viel Aufklärung mit sich brachte und vielleicht doch mehr Verständnis in der Bevölkerung erzielt.

(Bildnachweis: SoVD-Kreisverband)

SoVD-Chef: „Kürzung bei Psychotherapien ist unverantwortlich“Sozialverband befürchtet Verschärfung der Versorgungskrise

Hannover. Die Vergütung für ambulante Psychotherapien soll um 4,5 Prozent gekürzt werden. Das hat der Bewertungsausschuss entschieden. Der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen sieht darin ein fatales Signal angesichts des ohnehin schon großen Versorgungsengpasses bei Psychotherapien. Er fordert eine Rücknahme der Kürzungen.
Wer heutzutage einen Psychotherapie-Platz sucht, muss häufig monatelang warten, weil es zu wenig Therapeut*innen gibt. Gerade bei Kindern und Jugendlichen ist die Lage dramatisch: Jede*r Fünfte unter 18 Jahren hat mit psychischen Problemen zu kämpfen. Jetzt hat der Bewertungsausschuss auf Initiative des GKV-Spitzenverbands eine Honorarkürzung um 4,5 Prozent bei ambulanten Psychotherapien beschlossen. „Diese Entscheidung ist unverantwortlich und verschärft die bestehende Versorgungskrise“, betont Dirk Swinke, Vorstandsvorsitzender des SoVD in Niedersachsen. Denn: „Die Kürzungen werden dazu führen, dass sich noch weniger Therapeut*innen niederlassen und Angebote für gesetzlich Versicherte vorhalten. Therapien können sich dann nur noch diejenigen leisten, die sie auch privat bezahlen können.“
Das Ziel, im Gesundheitswesen Kosten einzusparen, dürfe nicht zulasten derjenigen umgesetzt werden, die dringend Hilfe benötigen. „Neben Kindern und Jugendlichen brauchen auch immer mehr Senior*innen oder Menschen mit Behinderung Unterstützung bei Depressionen oder spezielle Behandlungen. Gerade für sie ist es schwierig, in einem Flächenland wie Niedersachsen in der Nähe eine*n Therapeut*in zu finden“, erläutert der niedersächsische SoVD-Chef. Die Kürzungen seien ein fataler Schritt in die falsche Richtung: „Wir brauchen nicht weniger, sondern mehr Therapeut*innen. Wer hier spart, riskiert höhere Folgekosten durch verzögerte oder ausbleibende Behandlung. Damit sparen die Krankenkassen am Ende nichts“, ist sich Swinke sicher.

Barrierefreie Wohnungen: Lage für Menschen mit Behinderung ist dramatischGroße Lücke zwischen Angebot und Nachfrage / Höhere Förderung notwendig

Hannover. Eine Analyse des Online-Portals „ImmoScout24“ zeigt deutlich: Der Bedarf an barrierefreien Wohnungen ist in den vergangenen Jahren enorm gestiegen. Gleichzeitig ist das Angebot zu gering. Hinzu kommt, dass entsprechender Wohnraum sehr teuer ist. Der Sozialverband Deutschland (SoVD) sieht auch in Niedersachsen eine Zuspitzung der Lage und fordert von der Landesregierung schnelles Handeln, um die Situation von Menschen mit Behinderung auf dem Wohnungsmarkt zu verbessern.
Wenn es um barrierefreie Wohnungen geht, ist die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage enorm: Laut „ImmoScout24“ suchen 75 Prozent mehr Menschen barrierefreien Wohnraum als noch vor zehn Jahren. Derzeit leben bundesweit in etwa drei Millionen Haushalten Menschen mit einer Mobilitätseinschränkung. Obwohl Prognosen davon ausgehen, dass diese Zahl künftig weiter steigt, sind momentan nur rund 560.000 barrierefreie Wohnungen auf dem Markt. „Die Zahlen machen klar, wie dramatisch die Situation auf dem Wohnungsmarkt gerade für Mieter*innen mit Behinderung oder Pflegebedürftige ist. Das sehen wir auch täglich in unserer Beratung. Eine barrierefreie und auch bezahlbare Wohnung zu finden, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Das lässt die Menschen verzweifeln“, sagt Dirk Swinke, Vorstandsvorsitzender des SoVD in Niedersachsen.
Aus Sicht des SoVD ist es gut, dass zwischen 2021 und 2025 rund 3.800 barrierefreie Wohnungen in Niedersachsen entstanden sind. „Das ist aber nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Fakt ist, dass gerade mal elf Prozent der Wohnungen, die in den vergangenen Jahren neu gebaut wurden, ohne Barrieren sind. Das ist ein Armutszeugnis“, so Swinke. Dabei sei es weder mit enormen Kosten noch mit großem Aufwand verbunden, Wohnraum so zu gestalten, dass er für Mobilitätseingeschränkte nutzbar ist. „Expert*innen sagen ganz klar, dass Barrierefreiheit in vielen Fällen allein durch eine intelligente Planung umsetzbar ist“, betont der Vorstandsvorsitzende. Deshalb müsse es auch seitens der Landesregierung verbindliche Standards geben, bei denen Barrierefreiheit von Anfang an mitgedacht wird. Darüber hinaus brauche es aber auch Offenheit und Mut bei allen Beteiligten, eingetretene Pfade zu verlassen.
„Außerdem ist eine Erhöhung der Fördermittel dringend notwendig. Nur so kann die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage geschlossen werden“, ist sich der niedersächsische SoVD-Chef sicher.