Juni 2017

Endlich! Der Fahrstuhl auf dem Soltauer Bahnhof funktioniert - Lange genug hat es gedauert.

Soltau (mü). Jürgen Hestermann, SoVD-Kreisvorsitzender im Heidekreis, schnauft einmal tüchtig durch: „Na endlich hat die Bahn reagiert. Die Fahrstühle auf dem Bahnhof Soltau, seit dem Januar fertiggestellt, sind soeben freigegeben worden. Wir freuen uns gemeinsam mit den beiden Bundestagsabgeordneten Lars Klingbeil und Catrin Rösel sowie mit der heimischen Tageszeitung, das unser Bemühen endlich zum Ziel geführt hat.“

Hestermann hatte auf einen Anruf eines Passanten aus Bomlitz reagiert, der ihm über den Zustand der Fahrstühle informierte. Ein älterer Rollstuhlfahrer stand vor verschlossenen Türen und kam nicht vor und zurück. Gleich mehrere Personen mussten den hilflosen Mann die steilen Treppen runter- und wieder hochschleppen, damit er seinen Zug erreichen konnte.

Was dann folgte, wurde- wie bereits berichtet, zu einer wahren Posse, denn die Bahn vertröstete immer wieder, schob die Eröffnung auf, hatte zuletzt kein Unternehmen, das die Fahrstühle im Notfall betreut. Erst das sehr energische Auftreten des SoVD gemeinsam mit den Bundestagsabgeordneten Lars Klingbeil (SPD) und Katrin Rösler (CDU) sowie Berichterstattungen in der Tageszeitung sowie über die Radiosender NDR Niedersachsen und ffn führte zu einem positiven Ergebnis. Nachdem die Feuerwehr Soltau für einen sogenannten 112-Einsatz in die Funktion der Fahrstühle eingewiesen wurde, öffneten sich die Türen der neuen Konstruktionen. Vor allem für Rollstuhlfahrer, aber auch für Familien mit vielen Koffern oder für Radfahrer eine spürbare Verbesserung.

Klaus Müller - Walsrode

Bild - Wulfes

Von der Rente bis zur Pflege - viele Themen angesprochen

Walsrode(mü). „Ich bin zum ersten Mal bei Ihnen. Ihre Arbeit für die Allgemeinheit ist gerade in der heutigen Zeit so wichtig. Machen Sie weiter so!“ Gudrun Pieper, CDU-Landtagsabgeordnete, stattete am Dienstag dem SoVD- Kreisbüro in der Kreissparkasse Bad Fallingbostel einen kurzen Informationsbesuch ab und zeigte sich überrascht über die Vielfältigkeit des Angebotes, dass der SoVD für seine 22 Ortsverbände im Heidekreis bereithält. „Ich habe mehr als 1000 Beratungen im Jahr,“ sagt Cora Bartels, die gemeinsam mit ihren beiden Mitarbeiterinnen das neu eingerichtete Büro führt. Es ist Arbeit genug da für dieses Team.

Darüber wussten auch Jürgen Hestermann, Kreisvorsitzender des SoVD und Anneliese Heller, Kreisschatzmeisterin zu berichten. „Aktuell hatten wir uns intensiv damit beschäftig, den Fahrstuhl auf dem Bahnhof Soltau gemeinsam mit den beiden Bundestagsabgeordneten in Gang zu schieben.“ Nach langem Hin- und Herschreiben mit der Bahn soll das in dieser Woche erfolgen, wichtig vor allem für Rollstuhlfahrer, die den Soltauer Bahnhof benutzen. In Benefeld plane man gemeinsam mit dem Heidekreis-Klinikum im Oktober eine größere Informationsveranstaltung für die Mitglieder, bei der das Klinikum seine Gesundheitsangebote vorstellen wird. „Wir haben im Heidekreis zwei gute Krankenhäuser,“ sagt dann auch Gudrun Pieper. Nur es müsse besser an die Öffentlichkeit gebracht werden. Das Land plane, dem Klinikum entsprechende Mittel für eine  Qualitätsverbesserung zur Verfügung zu stellen. „Wir haben die Zeichen der Zeit erkannt,“ sagt Pieper. Die auch die Anstrengungen des SoVD im Bereich der Barrierefreiheit verfolgt, die nachfragt, ob denn auch die Busse für Rollstuhlfahrer „machbarer“ sind. Und die erfährt, dass die wichtigsten Themen des SoVD vor Ort Rentengespräche sind, Altersarmut und „Ob ich denn noch Geld genug für die Pflege habe.“

Ein gutes Gespräch, das fortgesetzt werden soll. „Sprechen Sie mich gern wieder an, wenn es Probleme gibt,“ sagt die Politikerin, die im Sozialausschuss des Landes ihre Fäden zieht. Jürgen Hestermann hat aufmerksam zugehört.

Die „Posse Bahnhof“ Soltau setzt sich fort

Es gibt immer noch keinen Freifahrtschein für die bereits im Januar fertiggestellten neuen Fahrstühle im Bahnhof Soltau. Obwohl am heutigen Montag vom Generalbevollmächtigen der Deutschen Bahn aus Hannover eine Information an den SPD-Bundestagsabgeordneten angeflattert kam, dass die Anlage ab HEUTE freigeschaltet ist, flatterte auch am Nachmittag immer noch ein rotes Band am Zugang und verhinderte den Eintritt, beispielsweise für einen Radfahrer, der auf das andere Gleis wollte. Und wieder tat sich nichts… „Wir bleiben dran“, sagt SoVD-Kreisvorsitzender Jürgen Hestermann, völlig empört darüber, dass die Bahn wieder nicht ihr Wort gehalten hat. Gemeinsam mit der Tageszeitung hatte der SOVD Heidekreis eine Reihe von Aktionen gestartet, damit die gerade für Rollstuhlfahrer dringend benötigen Fahrstühle benutzbar werden.

„Wir werden den Finger auch künftig in die Wunde legen“

SoVD- Heidekreis feiert 100jähriges Bestehen des Sozialverbandes Deutschland mit vielen Gästen

Schneverdingen/Heidekreis (mü). Der Präsident des Ganzen, Adolf Bauer, Chef von mehr als 250 000 Mitgliedern des Sozialverbandes Niedersachsen und Bundesvorsitzender, brachte es auf den Punkt: „Wir sind stolz auf unsere Mitglieder. Wir sind stolz auf 100 Jahre Sozialarbeit. Auch in der Zukunft werden wir den Finger in die Wunde legen und soziale Gerechtigkeit einfordern.“ Vor fast 200 Gästen in der Freizeitbegegnungsstätte Schneverdingen forderte Bauer die Politik auf, vor allem „rentengerechter“ zu werden. „Rente fängt nicht erst im Alter an. Denkt heute schon an die jungen Menschen. Schafft rentengerechte Modelle, die jedem gerecht werden.“

Es war eine beeindruckende Feier, die der SoVD- Kreisverband Heidekreis - unterstützt durch den Ortsverband Schneverdingen auf die Beine gestellt hatte. Mit viel Prominenz, an der Spitze mit Adolf Bauer und SoVD-Landesgeschäftsführer Dirk Swinke, mit Landrat Manfred Ostermann, vielen Bürgermeistern des Heidekreises und zahlreichen Mitgliedern der 22 Ortsverbände. Königlichen Besuch gab es auch: Heidekönigin Johanna Rosebrock gab ihr Gastspiel mit einem schönen Farbtupfer.

Kreisvorsitzender Jürgen Hestermann hatte die Gäste für seine 22 Ortsverbände begrüßt. Er machte das kurz mit Humor und zuletzt auch auf „Platt“, sympathisch und locker. „Noch nie habe ich vor einem so prominenten Gremium sprechen dürfen,“ gestand der Hodenhagener später.

Landrat Manfred Ostermann zeigte absolute Fachkenntnis, als er über den Kreisverband Heidekreis sprach, der sich 1999 auf Gesamtkreis-Ebene gründete. Mit erstaunlich vielen Ortsverbänden, von Soltau als größtem Ortsverband mit über 1299 Mitgliedern bis hin zum kleinsten Verband in Böhme-Bierde, „aber in diesem kleinen Dorf immerhin noch 40 Mitglieder.“ Der SoVD leiste hervorragende Arbeit und kümmere sich mit vielen Veranstaltungen um seine Mitglieder aktiv. Der Heidekreis arbeite sehr gern mit dem Verband zusammen, so Ostermann.

Schneverdingens Bürgermeisterin Meike Moog-Steffens freute sich besonders darüber, dass diese bemerkenswerte Veranstaltung in Schneverdingen stattfand. Sie hob das große soziale Engagement des SoVD für die Bürgerinnen und Bürger hervor. 

Adolf Bauer, Präsident der SoVD Deutschland, erinnerte in seiner Festansprache an viele soziale Themen, die der Verband zunächst als Reichsbund und dann später als SoVD für die Allgemeinheit geleistet hat. „Wir haben uns immer um die Probleme der Menschen gekümmert, auch in den Nachkriegsjahren des 2. Weltkrieges, als auch Flüchtlinge ins Land kamen. „Und sie wurden gar nicht nett aufgenommen,“ erinnerte der Bundes- und Landesvorsitzende. Der SoVD habe sich nicht nur gekümmert, sondern immer wieder politisch agiert, eng mit der Politik zusammengearbeitet und seine Vorschläge zu einem besseren sozialen Leben gemacht. „Heute können wir feststellen, dass wir gemeinsam sehr viel erreicht haben.“ Aber neue Probleme seien zu lösen, vor allem im Bereich der Rente, der Altersarmut, aber auch bei Themen wie die Barrierefreiheit, der Pflege und des öffentlichen Personennahverkehrs. „Wir werden uns hier besonders stark engagierten,“ sagte Bauer seinen Mitgliedern zu. Die anstehenden Bundestagswahlen geben mehr Chancen für dringend umzusetzende soziale Maßnahmen. „Ich könnte Sie einfach auffordern, in die Parteien zu gehen, dann könnten wir unsere Themen einfach noch besser durchsetzen.“ 

Hoch politisch ging es in der anschließenden Talk-Runde zur Sache, mit Landespressesprecher Matthias Büschking, Präsident Adolf Bauer, Landesgeschäftsführer Dirk Swinke und den beiden Bundestagsabgeordneten Lars Klingbeil –SPD- und Claudia Rösel- CDU. Dabei stand die Rente im Vordergrund. Beide Politiker sehen nach der Wahl eine Rentenreform für nötig, um mehr Gerechtigkeit zu erreichen.

Adolf Bauer eröffnete anschließend die Wanderausstellung des SoVD Deutschland im Foyer der Freizeitbegegnungsstätte, die bis zum Donnerstag besichtigt werden kann. Sie zeigt mit Bildern, Plakaten und Texten die 100jährige Geschichte des Sozialverbandes sehr eindrucksvoll. 

 

 

Malwine in Hochform, ein Präsident in Hochstimmung, viel Beifall, noch mehr Information, ein prall gefülltes Haus, viele VIPS, ein kundiger Landrat, ein tolles Orga -Team, das diese Veranstaltung voll im Griff hatte, wunderschöne Blumen als Deko, ein zünftiger Imbiss, ein Kreisvorsitzender, der noch nie vor einem solch erlauchten Publikum gesprochen hat, der Live-Hinweis auf den Festakt im NDR-Radio, zwei Bundestagsabgeordnete, die auf jede Frage auch eine politische Antwort wussten, all das war die Feier des SoVD- Kreisverbandes Heidekreis zum 100jährigen Bestehen in der Freizeitbegegnungsstätte Schneverdingen. Bestens, vom feinsten und edel...