März 2017

Rote Taschen und hübsche rote Sonnenbrillen

SoVD –Frauen aus dem Heidekreis demonstrierten in Rethem für mehr Lohngerechtigkeit

Rethem/Aller (mü). Ein stattliches Bekenntnis zum Equal Pay Day lieferten mehr als 50 engagierte Frauen des SoVD Heidekreis am Samstag in Rethem/Aller ab. Sie demonstrierten für mehr Lohngerechtigkeit vor der Sparkasse des kleinen Allerstädtchen, unterstützt durch Landesfrauensprecherin Roswitha Reiss aus Göttingen, die den Damen anschließend mit einer eindrucksvollen Rede massiv den Rücken stärkte.

Mit roten Taschen und hübschen roten Sonnenbrillen waren sie zu den kleinen Marktständen an der Sparkasse gekommen, gut vorbereitet von Kreisfrauensprecherin Annette Krämer und Kreisvorsitzenden Jürgen Hestermann. Und an diesem stürmischen Märzsamstag kam sogar die Sonne ein bisschen heraus, um das Anliegen der Frauen auch bildlich zu unterstützen.

In der „Rethemer Fähre“ konnte Annette Krämer dann zahlreiche Vertreterinnen aus den Ortsverbänden des Nord- und Südkreises begrüßen. Sie dankte dem Ortsverband Rethem mit seiner 1. Vorsitzenden  Irmtraud Panning an der Spitze für die gute Vorbereitung dieses traditionellen Tages für die Frauen. Auch Kreisvorsitzender Jürgen Hestermann machte Mut: „Lassen Sie sich nicht unterkriegen.“ Landesfrauensprecherin Roswitha Reiss deutete an, dass dieser Tag auch in den kommenden Jahren stattfinden werde. „Dann in etwas abgewandelter Form, aber wir werden weiter auf diese Lohnungerechtigkeit für uns Frauen massiv aufmerksam machen müssen.“ Gerade bei den jüngeren Frauen müsse das Engagement gesteigert werden, „denn irgendwann kommt die Rente, und dann sieht es schlecht aus. Reiss forderte auch Chancengleichheit im Bildungssystem und stellte anhand von Beispielen eindrucksvoll vor, wie sich die Gehaltsstruktur zwischen Frauen und Männer auch heute noch zu Ungunsten der Frauen darstelle. So würde ein Chemiker 5347 Euro verdienen, eine Chemikerin allerdings für gleiche Leistungen 929 Euro weniger. „Wir vom SoVD wollen die Frauen stark machen. Kommen Sie zu uns.“

Die regionale Equal Pay Day Beraterin Marleen Knust aus Neuenkirchen erinnerte daran, dass das Lohngefälle auf dem Land noch viel größer sei. „Viele Frauen wählen den Minijob, weil die Wege auf dem Land sehr viel länger sind.“ Die Politik müsse begreifen, dass Frauen leistungsfähig seien, auch in Männerberufen.

100 Jahre und kein bisschen leise…

Emil Sonntag feierte ein großes Fest in kleinem Rahmen

Bad Fallingbostel(mü). Vielleicht muss man ein klein wenig Charmeur sein, vier Sprachen gleichzeitig kennen und immer noch tadellos sprechen, etwas in der Welt herumgekommen sein, Afrikaner, Asiaten und Europäer kennengelernt zu haben, um auch noch im hohen Alter von 100 Jahren diese Fitness auszustrahlen, die den Wahl-Fallingbosteler Emil Sonntag auszeichnet. Und da er seit 1990 Mitglied im Sozialverband Dorfmark-Fallingbostel ist, waren – natürlich- Kreisvorsitzender Jürgen Hestermann und Ortsverbands-Vorsitzende Heidemarie Bolecke zur Stelle, um mit einem stattlichen Präsentkorb zu gratulieren.

Sie wohnen in einem schmucken Eigenheim irgendwo in Adolphsheide, haben hier seit vielen Jahren ihr endgültiges Zuhause gefunden, in einem der Sauer-Architekten-Häuser, die es oft in der Kreisstadt gibt. Die steile Holztreppe nach oben stört den Jubilar auch heute noch nicht. „Mein Mann hat damit überhaupt keine Probleme“, sagt seine Lebensgefährtin, die er einmal in einem Heim in Heide/Holstein kennenlernte, auf SoVD-Anfrage.

Nach der Militärzeit, die ihn auch nach Russland führte und in der er Schirrmeister war, ist er in den Dienst des Auswärtigen Amtes in Bonn gegangen. „Ich habe eine Anzeige in der Zeitung gesehen. Die suchten Menschen, die gleich mehrere Sprachen drauf hatten.“ Und mit seinen perfekten Französisch-, Spanisch- , Englisch- und Deutsch-Kennnissen war er ein guter Mann für die diplomatischen Vertretungen in vielen Teilen unserer Welt. „Ich war in Accra, Lima und zuletzt in Prag, habe Botschaften und Konsulate ausgestattet, sollte in Südwestafrika auch mal Konsul werden.“

Später, im Ruhestand, ist er zurückgekommen, der gebürtige Hannover, erst nach Schleswig-Holstein und nun schon seit geraumer Zeit in Bad Fallingbostel. „Weil es hier so viele schöne Frauen gibt,“ schmunzelt er heute noch. Und natürlich: Einen guten Cognac aus Frankreich oder einen Calvados vom Feinsten genießt er auch immer noch. Ja, und die Küche gehört außerdem zu seinen Spezialitäten.

Fit ist er auch im hohen Alter geblieben. Krankheiten? Weniger oder überhaupt nicht. „Mich hat meine Arbeit in aller Welt geprägt. Und ich werde doch hier so gut von meiner Frau verpflegt. Na dann, herzlichen Glückwunsch und noch ein langes Leben…  

Internationaler Frauentag

ROTE ROSEN haben der DGB und die Gewerkschaften GEW; GdP, ver.di, NGG sowie der Sozialverband Heidekreis am Freitagmittag am Bahnhof in Schwarmstedt verteilt. „Wir verteilen vorrangig an Frauen in prekären Jobs, an Frauen, die schwere und verantwortliche Arbeit leisten und an Frauen, die Courage und Solidarität beweisen, Blumen,“ sagt Organisator Charly Braun, der auch in Schwarmstedt „aktiv“ war.

Der Internationale Frauentag ist seit 1911 weltweiter Aktionstag für die Rechte der Frauen. Das beschloss 1910 die 2. Internationale Konferenz sozialistischer Frauen. Der Frauentag, der jährlich am 8. März begangen wird, gilt als so genannter Welttag. Dieser Tag ist auch als „Weltfrauentag“, „Frauenkampftag,“ „Internationaler Frauenkampftag“ oder auch einfach kurz und knapp als „Frauentag“ bekannt.
Im Mittelpunkt steht dabei die Rolle der Frau in der Gesellschaft. Ein solcher Tag soll den Fokus auf spezielle Probleme und Themen lenken, die global von Bedeutung sind. (mü).