April 2016

SoVD-Landesverband Niedersachsen e.V. bestätigt einstimmigen Beschluss des Heidekreises

 

Annette Krämer ist neue Kreisfrauensprecherin des SoVD-Kreisverband Heidekreis

Ahlden. Jener Tag im April 1998 sollte das Leben der damals 40-jährigen Annette Krämer in wenigen Sekunden so sehr verändern, dass sie noch heute diesen 19. April zu ihrem zweiten Geburtstag auserkoren hat: Es war ein wunderschöner Frühlingstag. Sonne pur, Annette mit ihrem Motorrad unterwegs mit einer Gruppe ins heimische Hodenhagen. Dann die Kurve kurz vor der Einbiegung der Straße von Bierde nach Hodenhagen in die L 190. „Und dann ging alles so schnell, so heftig.“

Annette Krämer fühlte plötzlich einen heftigen schmerzhaften Stoß am Bein, „ich lehnte mich eine Sekunde nach unten“, und dann zerschrottete sie beim Sturz von ihrem Motorrad ein entgegenkommendes Auto, zerschmetterte ihre gesamte linke Körperhälfte und zog sich weitere heftige Verletzungen zu. „Ich wusste erst einmal nichts mehr. Merkte nichts, schwebte ganz leicht von dannen.“

Die heute 58-jährige wurde kürzlich zur neuen Kreisfrauensprecherin des Sozialverbandes Heidekreis (SoVD) berufen. Ganz offiziell, vom Landesverband in Hannover. „Ich habe dem Verband so viel zu verdanken; ich möchte ein klein wenig davon zurückgeben“, sagt Annette, die heute in einem dänischen Holzhaus an der ehemaligen Bahnstrecke von Ahlden über Eilte nach Rethem lebt, „in einem kleinem Schlaraffenland,“ sagt sie, ebenerdig, auf 120 Quadratmetern Wohnfläche, gemeinsam mit ihrem Mann, der als Berufsfeuerwehrmann in Bergen arbeitet und mit dem sie sein 1975 glücklich verheiratet ist.

„Ihm habe ich meine Leben zu verdanken, er hat sofort Erste Hilfe geleistet, damals nahe Hodenhagen in einem dichten Waldgebiet, wo auch der Hubschrauber nicht gleich landen konnte. Aber als er wieder abhob, ist mein Mann zusammengesackt, die Anspannung war einfach zu groß.“ Und über ihren damaligen Ist-Zustand: „Ich hatte kaum noch Blut im Körper.“

Die „Medizinmänner“ in Hannover stabilisierten die zierliche Frau; sie schickten sie nach nur sieben Tagen auf „Normalstation“ und ein ganzes Team arbeitete dort mit Annette zusammen, die großen Lebensmut bewies. Annette verlor ein Bein. Mit Unterstützung des SoVD trägt sie seitdem ein künstliches Bein mit Chip. „Und ich kann wieder laufen, kann so gut mit ihm umgehen. Wir sind Freunde geworden.“ Sogar per Laptop kann das Bein richtig eingestellt und per Adapter aufgeladen werden. Wunder der Technik, Gottseidank gibt es sie… „Nur die Phantomschmerzen, die immer wieder kommen, quälen mich.“

Das Ehepaar, das eine Tochter hat – „außerdem bin ich schon dreimal Oma“ – entschied sich, aus Hodenhagen, aus einem 3-Stock Haus, auszuziehen, weil es mit dem Treppensteigen nicht mehr so gut klappte, und fand nahe der Ahldener Schule ihr heutiges Domizil. Ihre Freunde, die die damalige Schreckensfahrt begleitet hatten, bauten direkt neben ihr.

Annette ist „Kumpel“ geblieben, früher bei ihren Motorradfreunden, heute bei vielen, die die aktive und immer freundliche Ahldenerin nicht missen möchten. Jürgen Hestermann, SoVD Kreisvorsitzender aus Hodenhagen, schaut immer wieder einmal mit dem Fahrrad bei ihr vorbei. Er ist von seiner neuen Vorstandfrau begeistert. „Es macht Spaß, mit ihr zusammenzuarbeiten.

Einer der Schwerpunkte bei ihrer neuen Tätigkeit werden die Behindertenparkplätze auf stätischen Flächen und rund um die Supermärkte sein. „Hier müssen wir noch einiges unternehmen“, sagt sie, als sie vor dem Walsroder Rathaus nach ausgewiesenen Flächen sucht. Aber auch das: „Ich sehe allen Ortsvereinen im Heidekreis – ja nach Bedarf – mit Rat und Tat zur Seite; ich komme gerne zu ihnen.“ Kürzlich erhielt sie bei ihrem ersten Auftritt in Behringen besonders langanhaltenden Beifall von über 60 Mitgliedern des Ortsvereins.

Ihr innigster Wunsch: „Ich möchte noch lange einigermaßen gesund bleiben und meinen Mitmenschen helfen.“ Mit ihr übrigens mindestens 35 Familienangehörige, Verwandte und sehr gute Freunde, die ihr auch in ihrer schwersten Zeit ganz nahe gewesen sind.

(Pressesprecher SoVD-Heidekreis Klaus Müller)

(Erschienen - Schwarmstedter Rundschau 21.04.2016)

Walsrodes Bürgermeisterin empfängt Vorstand des SoVD-Kreisverband Heidekreis

 

„Wir haben uns über die lockere Atmosphäre sehr gefreut und konnten viele Anregungen loswerden.“ SoVD-Kreisvorsitzender Jürgen Hestermann stattete in diesen Tagen Walsrodes Bürgermeisterin Helma Spöring gemeinsam mit seinem Kreisvorstand einen „Kennenlernen“-Besuch ab. Hestermann als neuer 1. Kreisvorsitzender ,Klaus Müller als Pressesprecher und Anneliese Heller, die sich gleichzeitig als gerade gewählte Vorsitzende des SoVD-Ortsvereins Walsrode vorstellte. Es kam zu einem regen Gedankenaustausch und zu ersten Anregungen aus den Reihen des SoVD. Erstes positives Ergebnis: Der Poller am Rathaus-Behindertenparkplatz wurde zurückgesetzt, so daß ein besseres Einparken möglich ist. Wünschen würden sich die Sovdler noch einen zweiten Behinderten-Parkplatz direkt am Rathaus. Eine diesbezügliche Anfrage läuft. Und noch ein positives Ergebnis aus diesem kurzen, aber guten Besuch: Der Sozialverband Heidekreis ist nun auch im Inklusions-Arbeitskreis der Stadt vertreten und hat dort bereits Kontakt zu den anderen Hilfsorganisationen aufnehmen können. „Das war alles nur gut“, sagt Jürgen Hestermann in einer Nachbilanz. „Wir haben vereinbart, solche Gespräche auch künftig zu führen.

(Pressesprecher SoVD-Heidekreis Klaus Müller)

(Erschienen - Walsroder Zeitung 04.2016)